Von den Problemen, "draussen" WLAN/WiFi zu betreiben ...
Camping-Gerüch(t)e
Kürzlich war ich erst im Urlaub - mit dem Wohnmobil. Hin und wieder war ich des Nachts auch auf offiziellen Campingplätzen - manche davon mit Platz-WLAN-Netzwerk. Doch - wie es der Zufall immer so mal wieder will - hat man mich natürlich an der Reichweitengrenze des WiFi-Netzwerkes platziert.

Doch gewusst wie: Als Funkamateur hat man natürlich hier und da so seine Ideen und Ahnungen in Sachen "Funkreichweite"
Und daher habe ich mir noch rechtzeitig vor dem Urlaub einen "WiFi-Extender" gekauft - ein Gerät, welches quasi das Camping-Platz-Netzwerk aufnimmt und für mich lokal verstärkt. So ein "Extender" ist auch nichts anderes als win WiFi-Repeater, allerdings mit eigener Verwaltungsoberfläche, welche man schnell und problemlos konfigurieren kann.
Das Ganze hat übrigens wunderbar getan - wenn das Camping-Platz-eigene-Netz nicht Abends massiv überlastet gewesen wäre
Aber dies ist eine andere Geschichte.
Irgendwelche ideen hat man selbst im Urlaub
In diesem Zusammenhang kam mir aber die Idee, solch' ein Gerät auch für meine Notfallbox zu nutzen. Denn:
Der Access-Point eines Raspberry PI ist nicht immer der schnellste. Auch wenn man in der Katastrophe doch vielleicht etwas mehr Geduld aufbringen sollte, könnte mein Camping-Gerät im Access-Point-Betrieb problemlos die komplette drahtlose Kommunikation mit den Nutzern übernehmen - und daher einen Raspberry PI Zero (2) W doch etwas entlasten.
Tolle Idee - nur scheitert dies einmal wieder an den Realitäten.
Es gibt zwar tolle, wetterfeste, sturmsichere und vor allem temperaturbeständige WLAN-Access-Points (z.B. TP-Link EAP-110 Outdoor für 2.4 GHz oder WAVLINK AC1200 für 2,4 & 5 GHz). Die lassen sich wunderbar auch temporär schnell an einer ausziehbaren Teleskop-Stange und einem Wäscheständer befestigen und dann mittels einem LAN-Kabel und einem PoE-Adapter betreiben.
PoE?
PoE bedeutet "Power over Ethernet" und ist ein technischer Standard, durch welchen sich Geräte quasi "Remote" über ein LAN-Kabel gleichzeitig mit Daten UND mit Strom versorgen lassen.
Und hier haben wir das "Knie der Biene":
Gemäß dem Wikipedia-Artikel (abgerufen am 06. Juni 2026 / 20:45 Uhr) gibt es im Endeffekt zum einen mehrere Industrie-PoE-Standards, welche mit einer Spannungsversorgung von 36-57 Volt arbeiten - und eine "PoE Passiv-Standard", welcher im Endeffekt mit beliebigen, Verbraucher-abhängigen Spannungen arbeitet.
Nun Arbeiten aber gerade die oben verlinkten Geräte alle mit 24 Volt Betriebsspannung.
Und das wiederum ist ein echtes Problem. Denn meine Notfallbox arbeitet auf dem Raspberry PI mit 5 Volt und auf PC-Geräten mit 12 Volt-Betriebsspannung.
Realität ... und was vom Traum übrig bleibt
Nach sorgfältiger Analyse der auf dem Markt sich befindlichen Outdoor-WiFi-Access-Points muss ich leider feststellen:
- Alle gefundenen Geräte arbeiten mit PoE!
- Ein Teil der Geräte (ungefähr die teurere Hälfte) nutzen die Industrie-Standards und daher 48 Volt Betriebsspannung.
- Der andere Teil nutzt den PoE Passiv-Standard mit 24 Volt Betriebsspannung.
- Ich habe KEIN Outdoor-Gerät gefunden, welches eine zusätzliche Spannungsversorgungsmöglichkeit hat (und bezahlbar ist).
- bei manchen Geräten wird sogar nur ein 230 Volt-(Wechselspannung)-PoE-Injektor mitgeliefert.
Sprich: All dieser geräte waren für den Einsatz ohne Stromnetz nicht zugebrauchen - zumindest nicht, ohne dass man sich in Sachen Spannungsversorgung selbst etwas basteln muss!
Sprich: kommerzielle Outdoor-Access-Point-Geräte waren und sind für den Einsatz an der Notfallbox nicht geeignet!
Dennoch: Nicht aussichtslos!
Ich habe dann nach Selbstbau-Möglichkeiten gesucht. Natürlich gibt es diverse Anleitungen zu diesem Thema. Diese geräte bestehen in der Regel dann aus mehr oder weniger einfachen LAN-WLAN-"Konvertern" auf Basis des ESP32-Micro-Controllers - und haben leider einen großen Nachteil: Ihr Datendurchsatz ist relativ gering im Vergleich beispielsweise mit den oben verlinkten Geräten.
Dennoch - wer sich hierfür interessiert, sei auf diese Links verwiesen:
- https://www.seeedstudio.com/XIAO-W5500-Ethernet-Adapter-p-6472.html (Kein Selbstbau, aber preisgünstig)
- https://tutorials-raspberrypi.de/esp8266-access-point-guenstigen-wlan-repeater-selber-bauen/ (Selbstbau mit ESP32)
Ich dachte aber in diesem Fall an meine Zielgruppe: Bürger ohne Bastel-Hintergrund. Daher habe ich weitergesurft und die idee aufgefunden, einen WiFi-Router als Access-Point zu verwenden. Diese gibt es so aber nur als "Indoor-Geräte" - haben aber den Vorteil, dass sie sehr klein sein können und mit 5V oder 12V arbeiten können.
Daher habe ich mir nun zwei preisgünstige Indoor-WLAN-Router bestellt (diesen hier, kann OpenWRT, und diesen hier aus der preisgünstigen Industrie-Ecke). Beide Geräte werde ich auf Tauglichkeit hin untersuchen (WiFi-Leistung) und dann schlicht und ergreifend einfach in ein Outdoor-Gehäuse einbauen - genauso, wie ich dies mit meinem Notfallboxen und meinen LoRa-Mesh-Geräten mache!
Denn: Zwei Bohrungen für die Antennen in ein Gehäuse machen, eine Bohrung für den Strom einzubringen und das Ganze dann abdichten, ist wesentlich weniger Aufwand, als mit irgendwelchen Step-Up-Konvertern Spananungen zu konvertieren und diese dann mit massivem Verlust und maximalen Funkstörungen einzusetzen.
Und ... ganz ehrlich? Wenn ein Bürger diesen Aufwand nicht betreiben möchte, so kann man diese Geräte vielleicht auch eines Tages dann kommerziell vertreiben - am besten direkt mit Akku und Solarzelle dabei.
Na - wäre doch was oder?
Ich werde auf jeden Fall hier wieder berichten.
Übrigens: Alle Links sind Beispiel und KEINE Kaufempfehlungen.

