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Notfallbox mit neuer Anwendungsmöglichkeit

Nach einigen Experimenten und den Erfahrungen aus meinem letzten Urlaub (siehe hier) habe ich die Notfallbox nun um ein neues Anwendungsszenario erweitern können: Den Betrieb an einem externen Wireless-Access-Point (WAP). Konnte bisher nur der interne Raspberry PI-Chip oder ein USB-WiFi-Dongle genutzt werden, so ist nun der Betrieb in vier verschiedenen Anwendungsszenarien möglich.

Szenario 1: Stand-Alone!

Dies war der ursprüngliche Anwendungszweck, aus welchem die Notfallbox entstanden ist: Ein möglichst kleines Gerät, mit stromsparenden Onboard-WiFi (alternativ USB-WiFi-Dongle), steht "irgendwo herum" und liefert Notfallwissen für Jedermann.

Als Gerät war von Beginn an ein Raspberry PI Zero mit einem externen WiFi-Dongle oder ein Raspberry PI Zero W mit Onboard-Wifi vorgesehen, da diese Geräte einen wirklich nur minimalen Stromverbrauch haben und daher sinnvoll auch mit einer kleiner Solarzelle und einem Akku als Puffer platziert werden konnten.

Eine Konnektierung zu einem anderen Netzwerk etc war weder geplant noch vorgesehen, hätte zwar durch manuelle Eingriffe ermöglicht werden können - erschien aber sinnlos, aufgrund des Einsatzzweckes.

Szenario 2: Stand-Alone - aber mit mehr Rechenpower!

Es stellte sich schnell heraus, dass die Idee zwar ganz toll war - aber der Raspberry Zero (egal ob mit internem oder externem WiFi) doch recht langsam ist und mit zwei oder mehr gleichzeitigen Nutzern unter Umständen schnell überlastet sein würde.

Daher habe ich die Notfallbox in einer "größeren Softwareversion" auf schnelleren Geräten zur Verfügung gestellt. So kann diese nun problemlos auf einem Raspberry PI Zero 2 W, 3, 4, 5 oder einem X86-/x64-kompatiblen PC laufen - ebenfalls mit einem internen WiFi-Chip oder einem externen USB-WiFi-Dongle.

Szenario 3: Mit einem externen WAP

Mein letzter Sommerurlaub brachte mich dann auf die Idee, einen externen Wireless-Access-Point (WAP) ins Spiels zu bringen. Erste Versuche haben ergeben, dass ein WAP im Rahmen der Notfallbox keinesfalls über PoE (Power-over-Ethernet) mit Strom versorgt werden kann, da es keine Geräte gibt, welche mit 5V oder 12V über PoE arbeiten.

Dennoch habe ich WAP-Geräte gefunden, welche über USB-Kabel (also 5V) gespeist werden können. Sprich: Man benötigt dann eben ein LAN-Kabel UND ein USB-Stromkabel, um den WAP mit der Notfallbox zu verbinden - benötigt dafür aber keine zusätzliche Stromquelle - quasi eine ideale Kombination.

Dafür musste lediglich die Netzwerk-Konfiguration der Notfallbox so geändert werden, dass für den LAN-Port entweder ein DHCP-Client die IP-Adresse vom WAP bezieht - oder der LAN-Anschluss mit einer statischen Adresse versehen wird. 

Bei der Gelegenheit habe ich ein Netzwerk-Verwaltungs-Tool geschaffen, welches dem Nutzer die volle Kontrolle über die gesamte Netzwerkkommunikation gibt, ohne dies schon bei der Installation auswählen zu müssen.

Szenario 4: Die Notfallbox in einem Netzwerk

Die Nutzer haben sich aber auch gewünscht, dass die Notfallbox als reiner Server arbeitet und die Kommunikation ausschliesslich über LAN funktioniert - und alles anderen von anderen Geräten übernommen wird.

So ist der "Server Mode" entstanden - welcher im Endeffekt ein früheres Projekt unter dem Namen "Notfunk-Server" wiederbelebt und in den Rahmen der Notfallboxen eingebettet hat.

Nun kann die Notfallbox tatsächlich auch an einem Internet, Intranet oder anderen Wide-Area-Netzwerke (WAN) wie beispielsweise dem HAMNET betrieben werden - und dennoch ihre volle Funktionsvielfalt anbieten.

Natürlich müssen in diesem Fall umfangreiche Sicherungsmaßnahmen getroffen werden, da die Notfallbox selbst niemals eine Verbindung mit dem Internet haben sollte in der ursprünglichen Idee. Aber: Dies überlassen wir eben ganz komfortabel dem Benutzer der Notfallbox.

Fazit: Eine Box, viele Ideen

Wir denken, dass wir die Notfallbox nun so universell wie möglich aufgebaut haben und mehr oder weniger alle potentiellen Einsatzfälle abgedeckt haben. 

Die nächste Version der Notfallbox (150) wird dann die Anbindung an LoRa Mesh (Long Range Radio) mit sich bringen. Wir haben diese zwar schon testweise implementiert, aber waren und noch nicht so genau über den Verwendungszweck im Rahmen der Notfallbox im klaren, da LoRa Mesh ja keinen Download einer OSM-Karte, keinen Blick in eine ZIM-Datenbank oder auch kein Upload in die Mini-Cloud ermöglicht.

Aber wir haben inzwischen die passenden Ideen und werden die eben ab sofort umsetzen.

Von den Problemen, "draussen" WLAN/WiFi zu betreiben ...

Camping-Gerüch(t)e

Kürzlich war ich erst im Urlaub - mit dem Wohnmobil. Hin und wieder war ich des Nachts auch auf offiziellen Campingplätzen - manche davon mit Platz-WLAN-Netzwerk. Doch - wie es der Zufall immer so mal wieder will - hat man mich natürlich an der Reichweitengrenze des WiFi-Netzwerkes platziert.

WAVLINK AC1200 (2.4 & 5 GHz), an 3m Teleskop-Stange von einem TARP

Doch gewusst wie: Als Funkamateur hat man natürlich hier und da so seine Ideen und Ahnungen in Sachen "Funkreichweite"  wink Und daher habe ich mir noch rechtzeitig vor dem Urlaub einen "WiFi-Extender" gekauft - ein Gerät, welches quasi das Camping-Platz-Netzwerk aufnimmt und für mich lokal verstärkt. So ein "Extender" ist auch nichts anderes als win WiFi-Repeater, allerdings mit eigener Verwaltungsoberfläche, welche man schnell und problemlos konfigurieren kann.

Das Ganze hat übrigens wunderbar getan - wenn das Camping-Platz-eigene-Netz nicht Abends massiv überlastet gewesen wäre angryAber dies ist eine andere Geschichte.

Irgendwelche ideen hat man selbst im Urlaub

In diesem Zusammenhang kam mir aber die Idee, solch' ein Gerät auch für meine Notfallbox zu nutzen. Denn:

Der Access-Point eines Raspberry PI ist nicht immer der schnellste. Auch wenn man in der Katastrophe doch vielleicht etwas mehr Geduld aufbringen sollte, könnte mein Camping-Gerät im Access-Point-Betrieb problemlos die komplette drahtlose Kommunikation mit den Nutzern übernehmen - und daher einen Raspberry PI Zero (2) W doch etwas entlasten.

Tolle Idee - nur scheitert dies einmal wieder an den Realitäten.

Es gibt zwar tolle, wetterfeste, sturmsichere und vor allem temperaturbeständige WLAN-Access-Points (z.B. TP-Link EAP-110 Outdoor für 2.4 GHz oder WAVLINK AC1200  für 2,4 & 5 GHz). Die lassen sich wunderbar auch temporär schnell an einer ausziehbaren Teleskop-Stange und einem Wäscheständer befestigen und dann mittels einem LAN-Kabel und einem PoE-Adapter betreiben.

PoE?

PoE bedeutet "Power over Ethernet" und ist ein technischer Standard, durch welchen sich Geräte quasi "Remote" über ein LAN-Kabel gleichzeitig mit Daten UND mit Strom versorgen lassen.

Und hier haben wir das "Knie der Biene":

Gemäß dem Wikipedia-Artikel (abgerufen am 06. Juni 2026 / 20:45 Uhr) gibt es im Endeffekt zum einen mehrere Industrie-PoE-Standards, welche mit einer Spannungsversorgung von 36-57 Volt arbeiten - und eine "PoE Passiv-Standard", welcher im Endeffekt mit beliebigen, Verbraucher-abhängigen Spannungen arbeitet.

Nun Arbeiten aber gerade die oben verlinkten Geräte alle mit 24 Volt Betriebsspannung.

Und das wiederum ist ein echtes Problem. Denn meine Notfallbox arbeitet auf dem Raspberry PI mit 5 Volt und auf PC-Geräten mit 12 Volt-Betriebsspannung.

Realität ... und was vom Traum übrig bleibt

Nach sorgfältiger Analyse der auf dem Markt sich befindlichen Outdoor-WiFi-Access-Points muss ich leider feststellen:

  • Alle gefundenen Geräte arbeiten mit PoE!
  • Ein Teil der Geräte (ungefähr die teurere Hälfte) nutzen die Industrie-Standards und daher 48 Volt Betriebsspannung.
  • Der andere Teil nutzt den PoE Passiv-Standard mit 24 Volt Betriebsspannung.
  • Ich habe KEIN Outdoor-Gerät gefunden, welches eine zusätzliche Spannungsversorgungsmöglichkeit hat (und bezahlbar ist).
  • bei manchen Geräten wird sogar nur ein 230 Volt-(Wechselspannung)-PoE-Injektor mitgeliefert.

Sprich: All dieser geräte waren für den Einsatz ohne Stromnetz nicht zugebrauchen - zumindest nicht, ohne dass man sich in Sachen Spannungsversorgung selbst etwas basteln muss!

Sprich: kommerzielle Outdoor-Access-Point-Geräte waren und sind für den Einsatz an der Notfallbox nicht geeignet!

Dennoch: Nicht aussichtslos!

Ich habe dann nach Selbstbau-Möglichkeiten gesucht. Natürlich gibt es diverse Anleitungen zu diesem Thema. Diese geräte bestehen in der Regel dann aus mehr oder weniger einfachen LAN-WLAN-"Konvertern" auf Basis des ESP32-Micro-Controllers - und haben leider einen großen Nachteil: Ihr Datendurchsatz ist relativ gering im Vergleich beispielsweise mit den oben verlinkten Geräten.

Dennoch - wer sich hierfür interessiert, sei auf diese Links verwiesen:

Ich dachte aber in diesem Fall an meine Zielgruppe: Bürger ohne Bastel-Hintergrund. Daher habe ich weitergesurft und die idee aufgefunden, einen WiFi-Router als Access-Point zu verwenden. Diese gibt es so aber nur als "Indoor-Geräte" - haben aber den Vorteil, dass sie sehr klein sein können und mit 5V oder 12V arbeiten können.

Daher habe ich mir nun zwei preisgünstige Indoor-WLAN-Router bestellt (diesen hier, kann OpenWRT, und diesen hier aus der preisgünstigen Industrie-Ecke). Beide Geräte werde ich auf Tauglichkeit hin untersuchen (WiFi-Leistung) und dann schlicht und ergreifend einfach in ein Outdoor-Gehäuse einbauen - genauso, wie ich dies mit meinem Notfallboxen und meinen LoRa-Mesh-Geräten mache!

Denn: Zwei Bohrungen für die Antennen in ein Gehäuse machen, eine Bohrung für den Strom einzubringen und das Ganze dann abdichten, ist wesentlich weniger Aufwand, als mit irgendwelchen Step-Up-Konvertern Spananungen zu konvertieren und diese dann mit massivem Verlust und maximalen Funkstörungen einzusetzen.

Und ... ganz ehrlich? Wenn ein Bürger diesen Aufwand nicht betreiben möchte, so kann man diese Geräte vielleicht auch eines Tages dann kommerziell vertreiben - am besten direkt mit Akku und Solarzelle dabei.

Na - wäre doch was oder?

Ich werde auf jeden Fall hier wieder berichten.

Übrigens: Alle Links sind Beispiel und KEINE Kaufempfehlungen.

"A new node" ... Anmerkungen

Nachbau erfolgt erfolgreich yes

Inzwischen habe ich den Solar-Node erfolgreich nachgebaut und dabei bereits einige der "left-overs" aus dem Prototyp verbessert.

Konkret hat sich das Äussere nicht geändert.

  • Im Inneren sieht es nun doch ein wenig aufgeräumter aus. Wer mag, kann die Kabel auch noch mit Kabelbindern sortieren.
  • Die Node-Elektronik wird kontaktsicher isoliert (ohne Dose), ist aber im Bild nicht zu sehen, weil diese Isolierung erst später angebracht wird.
  • Für den Batteriestecker habe ich eine viel kleinere Ausführung genommen. Das verschafft dem Inneren mehr Luft.
  • Allerdings: Die Schrauben des Antennenadapters sollten unbedingt "entschärft" werden. Hat man nur spitze Blechschrauben, macht man auf jedes Schraubenende einen Klecks Klebstoff (z.B. mit einer Heißklebepistole) - oder verwendet beispielsweise metrische Schrauben und sichert diese mit selbstsichernden Muttern. ich hatte nur nichts entsprechendes in der Schraubenkiste greifbar.
  • Den Druckknopfschalter habe ich nun (wie geplant) durch einen Schlüsselschalter ersetzt, welcher in der EIN und in der AUS-Stellung abgezogen werden kann. So kann das Gerät niemand mehr von Aussen unberechtigt ausschalten.

Die Durchführung der USB-Buchsen rein in den Gummitüllen hat sich als nicht stabil erwiesen. Daher habe ich auf beiden Seiten je eine dicke Unterlegscheibe (Durchmesser des Innenlochs 11 mm) eingesetzt. Der Aussendurchmesser muss größer 20 mm sein. So erhält man eine feste, und dennoch abgedichtete Durchführung. Denn im Prototyp ist es mir einmal passiert, dass ich beim Abstecken des Solar-Steckers die Buchse nach aussen durchziehen konnte. Muss ja nicht sein wink
Da der Platz ein wenig eng ist und der Schlüsselschalter unbedingt zwischen die USB-Buchsen sollte, musst ich die Unterlegscheiben noch einseitig mit einer Metallfeile bearbeiten. 

Zusätzliches Material

"A new node is born"

Ein neue Star am "Node-Himmel"

Solar-Node V2... zumindest bei mir zuhause. wink Da ich so gerne bastle und mein erster LoRa Mesh-Node tatsächlich nicht ganz unkompliziert war in der Anfertigung, habe ich einen neuen Versuch für einen Solar-Node gewagt - dieses Mal mit unkomplizierteren Bauteilen und der Erfahrung vom ersten Node im Gepäck.

Zuerst das verbaute Material

Ich habe folgendes Material verwendet (alle Links nur als Beispiele, keine Kaufempfehlung):

  • Gehäuse: Feuchtraum-Verteilerdose (Reichelt)
  • Seedstudio XIAO nrf52840 Microcontroller & Wio SX-1262 LoRa-Transceiver - derzeit der sparsamste Node überhaupt auf dem Markt (Herstellerlink)
  • Antenne 868 MHz für Mastmontage - 3dBi, also vermutlich 0dBd - aber stabil und vor allem wetterfest (Amazon)
  • Adapter N-Buchse auf SMA-Buchse, mit Flansch zum Einbau (Paarweise bei Amazon)
  • 2 Stück USB-C-Buchsen mit Abdeckung für Spritzwasserschutz (6 Stück bei Amazon)
  • USB-C-Stecker zum anlöten (10 Paar Buchsen/Stecker bei Amazon)
  • Solar-Laderegler 1A (Amazon)
  • Lithium-Polymer-Akku 3,7V, 3Ah (Amazon)
  • Solar-Panel 10Watt, USB-C-Ausgang (Amazon)
  • Adapter IPEX-Stecker auf SMA-Buchse (Amazon)
  • Schrumpfschlauch, ein paar Drähte

Der Verdrahtungsplan

Da ich im ersten Selbstbau-Node schlechte Erfahrung mit dem Ladecontroller gemacht habe, hat mir die Bürgerfunk-Community einen neuen Ladecontroller empfohlen, welcher nicht nur billiger und kleiner ist, sondern auch keinen separaten Ausgang mehr für die Batterie besitzt.

So sitzen der Node und die Batterie am gleichen Ausgang. Das bedeutet: Erzeugt das Solarpanel Strom, so wird der Node damit direkt versorgt und nebenbei die Batterie geladen. Fällt der Solarstrom weg, kann die Batterie ohne Unterbrechung einspringen. Gleichzeitigt filtert die Batterie den Strom aus dem Ladecontroller. 

Der Aufbau

... ist relativ simpel: Gemäß dem obigen Schaltplan werden die Komponenten miteinander verdrahtet. 

ACHTUNG: Sobald man Strom an den Node anschliesst, beginnt dieser zu arbeiten. Daher sollte man die Batterie unbedingt mit einem Zwischenstecker versehen und vor dem Anstecken derselben undbedingt die Verbindung zur Antenne herstellen.

Tips zum Auf- und Einbau

  1. Ansicht von UntenDen Schalter bringt man am besten zwischen den beiden USB-Buchsen auf der Unterseite unter und klebt diesen ein. So kann kein Wasser eindringen und der Schalter nicht abhauen.
  2. Die Antennenbuchse wird mit der SMA-Buchse einfach durch die Gummidichtung gebohrt und dann mit vier Blechschrauben befestigt.
  3. Ebenso werden die USB-Buchsen direkt in die Gummidichtungen eingebaut. Das erspart das Abdichten, vor allem, wenn man das Bohrloch etwas kleiner macht, als der Buchsendurchmesser. Sind die Gummidichtungen zu "instabil" kann jeweils innen und aussen eine große Unterlegscheibe (Karosserie-Scheibe) eingesetzt werden (im Prototyp noch nicht gemacht).
  4. Der Akku sollte unbedingt mit einem Zwischenstecker versehen werden. Akkus halten nicht ewig und so muss man diesen vermutlich ein bis zweimal im Jahr wechseln (vor- und nach der Frostperiode).
  5. Die Node-Elektronik sollte man unbedingt abkapseln - z.B. mit der Dose, in welcher dieser geliefert wurde. Das erspart Kurzschlüsse bei den Kontakt in irgend einer Art und Weise. Zudem kann man die Dose dann wasserdicht verschliessen (in meinem Prototypen noch nicht geschehen).
  6. Das Antennenkabel zwischen Node (IPEX-Stecker) und Antennenanschluss (SMA-Buchse) sollte so kurz wie möglich sein. Das erspart unnötige Leistungsverluste.
  7. Den Ladecontroller bitte ebenfalls unbedingt isolieren. 
  8. Bitte die Gehäusebeschriftung von Unten nicht vergessen. Vertauscht man die beiden USB-Stecker, geschieht folgendes: 
    1. Der Node wird nur bei Sonnenlicht gespeist.
    2. Man kann mit dem Node nicht mehr per USB-Kabel kommunizieren.
  9. Der Halter vom Solar-Panel wird direkt auf den Deckel des Gehäuses verschraubt. Bitte nicht die Abdichtung der Schrauben vergessen.
  10. Wenn der Node lange Zeit in der Öffentlichkeit hängen soll, so ist anstatt dem Druckschalter ein Schlüsselschalter zu empfehlen. Ich werde diesen hier verwenden, da man bei diesem Schalter den Schlüssel sowohl in der EIN- als auch der AUS-Stellung abziehen kann.

So sieht's von innen aus

Innenansicht1. Antennenanschluss-Kabel SMA auf IPEX (nicht schtbar)

2. Der eigentliche Node in einer Dose. Herauskommen USB-, Strom- und Antennenkabel (siehe 1.)

3. Der Druckschalter auf der Unterseite zwischen den beiden USB-Buchsen für das Solarpanel und den direkten Datenzugang zum Node.

4. Der Ladecontroller

5. Der Stecker zum Akku (nicht im Bild)

Der Deckel ist bei diesem Gehäuse sehr einfach und schnell mit einem Schlitz-Schraubendreher zu öffnen. Daher: Entweder man versiegelt die "Schrauben" oder man montiert das Kästlein so hoch, dass niemand mehr ohne Leiter den Node erreichen kann. Das Gehäuse wurde für meinen Prototypen nach Größe und Wasserdichtigkeit ausgewählt. Und in dieser Größe gibt es nun einmal keine Schließzylinder.

Über den Prototypen hinaus

Meiner Ansicht nach ist dieser Node einfach, unkompliziert und schnell aufzubauen und benötigt eben wiederum keinen 3D-Drucker, sondern kommt mit Material aus dem internet und ggfs. dem Baumarkt aus. Zudem kann hier jederzeit eine bessere Antenne verbaut werden, da diese in der Regel mit einem N-Stecker daher kommen.

Konkret wird im Nachbau noch eine größere Antenne kommen (zumindest für jene Nodes, welche als Repeater / Room-Server arbeiten werden) - und der Druckschalter wird durch einen Schlüsselschalter ersetzt.

Von der "fast" Unmöglichkeit, den Behörden zu helfen und anderen Schwierigkeiten

Enttäuschung auf ganzer Linie

Wir Notfunk-Aktivisten erleben dies immer wieder:

Wir haben tolle Ideen, sind in der Lage diese technisch und taktisch umzusetzen und bieten diese zur öffentlichen Nutzung an – und seitens der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) der Bundesrepublik Deutschland will niemand etwas davon wissen. Wir ernten in der Regel Ablehnung („wir haben alles, was wir brauchen“), massive Arroganz („WIR sind die BOS und wenn Du nicht Mitglied bei uns bist, bist DU gar nichts“), Abfälligkeiten („Spielzeugfunker“) oder gar völlige Ignoranz.

Lediglich wenn ein Angehöriger dieser BOS sich für eine bestimmte Technik begeistert und diese mit einbringt in „seinen Verein“ oder „seine Organisation“, wird die Technik – natürlich auf persönliche Kosten des Mitgliedes – geduldet.

Beispiel: In meiner ehemaligen Eigenschaft als Fachdienstleiter „Information und Kommunikation“ (IuK) in Deutschlands größter BOS-Organisation sowie Gründer und Leiter einer Unterstützungsgruppe Sanitätseinsatzleitung (UG-SanEL) im Katastrophenschutz habe ich in Ein Einsatzleitfahrzeug ausgebaut. Dieses erhielt auch ein Amateurfunkgerät, um im Katastrophenfall Kontakt zu den Funkamateuren meines Landkreises herstellen zu können. Natürlich musste ich das Funkgerät selbst bezahlen – und es hat niemand weiteren interessiert, dass eine Einsatzeinheit des Katastrophenschutzes diese Kommunikationsmöglichkeit besaß.

„Was nicht von uns kommt …“

Daraus folgt: Wenn eine Idee nicht von den BOS oder auch nur einem ihrer Mitglieder/Mitarbeiter kommt, wollen die BOS hiervon schlichtweg nichts wissen. Selbst Funkfachfirmen, welche diese BOS mit „sicherer Kommunikation“ ausstatten, sind nicht interessiert und verdrehen alleine schon bei der Erwähnung einer Hobbyfunk-Technologie einfach nur die Augen. Man könne damit kein Geld verdienen, heisst es dann nur lapidar.

Dennoch wird die Bevölkerung immer wieder dazu aufgefordert vorzusorgen – wie beispielsweise in der aktuellsten Publikation des Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (in welcher das Wort „Bürgernotfunk“ noch nicht einmal Erwähnung findet).

Technik und Ideen ohne Ende

Und dennoch gibt es im Bereich der Hobbyisten und des Amateurfunkdienstes Technologien, von welcher die BOS noch nicht einmal vor der Einführung des TETRA-BOS-Funknetzes (aka „bosnet“) geträumt haben.

Ein paar Beispiele:

  • Internetunabhängige Textübertragung auf Basis von Messenger-Diensten über kurz und weite Entfernungen (aka „LoRa Mesh“ – Longrange Radio als Mesh-Netzwerk) mit extrem kleinen, kostengünstigen und stromsparenden solar-betriebenen Funkeinheiten
  • Digitaler Sprechfunk für lange, mittlere und kurze Distanzen
  • Komplette Datennetzwerke auf TCP/IP-Basis und drahtlosen Verbindungsstrecken können Sprache, Bild und Video bundesweit transportieren – und sind nicht anfällig gegen Erdarbeiten durch Bagger – dem „schlimmsten Feind der Erdverkabelung“.
  • Satellitenfunk in Bild, Video, Ton mit relativ geringem und kostengünstigen Aufwand
  • Auch ohne Satellit können Bilder und Video über weite Strecken übertragen werden.
  • Weitverkehrs-Funkverbindungen auf Kurz- und Ultrakurzwelle für Sprache und Daten – analog und digital
  • Funkverbindungen zu unseren Europäischen Nachbarn in Sprache und Daten
  • Funkverbindungen in der Katastrophe zur Bevölkerung über kurze und mittlere Distanzen
  • Und noch vieles vieles mehr

Und wie bekommen wir jetzt Beides zusammen?

Auf der einen Seite haben wir ambitionierte und moderne Funktechnik (im Gegensatz zum 40 Jahre alten TETRA-BOS-Funk) und auf der andere Seiten finden wir Betonköpfe, Ignoranten und Unwilligkeit, sich von der Bevölkerung, welche man doch schützen soll, helfen zu lassen – in der Regel unter der Begründung des Versicherungsschutzes und der „Ahnungslosigkeit“ der Bevölkerung selbst.

Da gibt es doch eine ganz einfach Idee:

  • Die Bevölkerung – WIR ALLE – baut ihre eigenen Funk-systeme und Funknetze auf – je nach Können und Möglichkeiten.
  • Die Funknetze bauen wir so, dass die Netzstationen Landratsämter, Rathäuser, Feuerwachen, Rettungswachen und Polizeistationen im Notfall erreichen können.
  • Selbst wenn einfach nur ein Funker im Katastrophenfall mal „schnell über die Straße“ läuft, um der Polizei auf der anderen Straßenseite Bescheid zu geben, dass sich hier und dort ein Unfall ereignet hat.
  • Und wenn dann alles zusammenbricht – egal ob als Kommunikationsausfall (geschieht in der BRD fast tagtäglich durch Baggerarbeiten), Stromausfall (Blackout, egal wie Lange) oder anderen wirklich kritischen Notlagen – spaziert man gemütlich zu den BOS (vielleicht einem Katastrophenschutz-Leuchtturm) und bietet dort die eigene Technik zur Nutzung an!
  • Der jeweilige Einsatzleiter wäre ein extrem dummer Mensch, wenn er in der Not diese Hilfe ablehnt.
  • Wenn man diese ganzen Netze und Systeme in Normalzeiten (also ausserhalb von Krisen und Katastrophen) organisiert, systematisiert und vor allem so miteinander koordiniert, dass sich hier alles gegenseitig ergänzt und nichts überschneidet, erreicht man eine echte und wirkungsvolle Hilfe für die Bevölkerung in einer eventuellen Not.

So schaffen wir es, mit unserer Lieblingstechnologie zu arbeiten – und dennoch für die Bevölkerung etwas zu konstruieren, was im Zweifelsfall Leben retten kann.

Fazit

Wer helfen will, kann sich mittels seiner Lieblingstechnologie jederzeit einbringen in ein System, welches in Krisen, Katastrophen zum Wohle der Bevölkerung zur Verfügung stehen wird – und nicht nur im Rahmen „eines Wellfare-Betriebes“ – sondern als echtes Rückfallnetz in der Not!

Darum: Nicht reden – machen!

Beste Grüße, Guido, DJ1NG