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Zwischenstand zu LoRa Mesh

Es ist noch gar nicht so lange her, dass ich von dem Thema "LoRa Mesh" erfahren habe (Long range Radio) erfahren und noch viel kürzer her, dass ich aktiv eingestiegen bin. Doch in der kurzen Zeit konnte ich viel erfahren (durch Lesen und Erlebnisse).
Am Anfang war Meshtastic
Mit der Anwendung "Meshtastic" hat die aktive Nutzung der LoRa-Funktechnologie für andere Zwecke als die Übermittlung simpler Sensordaten (Temperatur, Luftdruck usw.) begonnen - nämlich die internetunabhängige Übertragung von Textnachrichten. Damit konnte die Anwendung zeigen, das LoRa durchaus das Potential hatte, Nachrichten auch im Ausfall anderer Kommunikationsmöglichkeiten übertragen zu können.
Leider war die Anwendung "zu erfolgreich" und hat sehr schnell einen großen Nutzerkreis begeistert - so wie einst 1971 der CB-Funk in der Bundesrepublik Deutschland. Diese Nutzer wollten aber vor allem nur eines: Quatschen! Sprich: Leichte, lockere Kommunikation über Belangloses - und das mit möglichst weit entfernten Gleichgesinnten. Meshtastic hat dies geboten, da mehr oder weniger alle Stationen (Nodes) gleichberechtigt gearbeitet und Nachrichten weitergeleitet haben. Durch Ausschöpfung der technischen Möglichkeiten (Hoher Standort, Filter, gute Antennen etc.) konnten hier trotz der maximalen Anzahl von Weiterleitungen (7 Hops) konnten hier beispielsweise Menschen in Österreich mit Menschen in der Nord-Westschweiz kommunizieren.
Feine Sache - aber leider extrem problematisch für die Kommunikation im Notfall. Denn man konnte zwar festlegen, dass eigene Nachrichten z.B. nur dreimal weitergeleitet werden konnten (max. Hops 3) - aber man konnte nicht filtern, welche Nachricht man empfangen würde.
Sprich: Für eine stabile Notfallkommunikation auf Dauer war Meshtastic nicht wirklich geeignet.
Dann doch nützlich
Für einen Zweck war - besser gesagt "ist" - Meshtastic dann doch sehr gut zu gebrauchen: Die schnelle Errichtung von Ad-Hoc-Funknetzwerken. Denn: Meshtastic-Funkgeräte (Nodes) sind ab dem Einschalten innerhalb wenige Sekunden empfangsbereit und gehen sofort auf Sendung. Auch sind alle Nodes gleichberechtigt und leiten Nachrichten weiter.
Man kann damit also extrem schnell und mit extrem wenig Aufwand (Node, Akku/Batterie, Antenne und für Akkus noch ein Solarpanel mit Ladeelektronik) errichten und sofort zum Einsatz bringen. Jeder zusätzliche Node erweitert dann das Netz ohne etwas daran konfigurieren zu müssen (MESH = Selbstvernetzende Netzwerk-Technologie).
Somit kann ein Notfallnetz - z.B. bei einem Stromausfall, Hochwasser oder selbst bei einem Hochhausbrand - innerhalb weniger Minuten betriebsbereit eingerichtet werden.
Hierfür habe ich ein grundlegendes Meshtastic-Notfunkkit entwickelt (Textbeschreibung & Video-Vorstellung), welches im Endeffekt skalierbar ist und mit seinen 4 Nodes (und 4 Handfunkgeräten) die absolute Grundlage für ein solches Netz darstellen kann. Das Kit ist durch seinen stabilen Koffer sogar aus einem Hubschrauber abwerfbar, und kann daher in vom Hochwasser eingeschlossenen Ortschaften sofort für eine Verbindung nach Außen und ein internes Kommunikationsnetzwerk sorgen. Dazu passen auch meine CB-Notfunk-Pakete, welche die Verbindung einer Region über physische Grenzen hinweg ermöglichen sollen. 
Übrigens: Ich habe hierfür tatsächlich Kritik von einigen Seiten bekommen. Sogar lustig hat man sich gemacht über meine Bemühungen, Geräte herzustellen, welche eine Katastrophe auch überleben können.
... dann kam Meshcore
Ein Mensch in Australien (Liam Cottle) hat sich mit den Schwächen von Meshtastic analysiert und in einer neuen Anwendung namens "Meshcore" versucht, diese zu beseitigen. Zum einen lagen dieser in der nicht vorhandenen Struktur von Meshtastic - und vor allem darin, dass jeder Node einfach vollkommen unmotiviert seine (und die von ihm wiederholten) Nachrichten in die Gegend "geschrien" hat - ohne Info darüber, ob diese jemals irgendwo ankommen würden.
Dazu hat er vollkommen korrekt erkannt, das ein Meshnetz, trotz seiner selbstvernetzenden Fähigkeiten, doch am besten mit einer Infrastruktur funktioniert. Und so hat er die verwirrenden und vielfältigen Konfigurationsmöglichen auf wenige Rollen reduziert:
  • Companion  Der ganz normale Benutzer. Er kann seine Nachrichten in seiner gesamten Funkreichweite versenden - aber nicht weiter. Mehrere Companions (Freund, Begleiter, Wohltäter, Kumpel) zusammen bilden dann ein lokales Netzwerk in welchem jeder jeden versteht - aber keine Nachrichten über dieses Netzwerk hinaus transferiert werden.
  • Room-Server  Die Funktion einer Mailbox ist schon extrem lange bekannt und in der Datenwelt extrem beliebt, und gipfelte dann irgendwann im EMail-System, welches wir aus dem Internet kennen (SMTP, POP, IMAP). Und schließlich sind auch Meshcore Nutzer nicht ständig in der Lage, ihre "Smart Devices" in der Hand zu halten. Daher kann ein "Room-Server" als kleine "Mailbox" und als lokales Chat-System für Gespräche genutzt werden - selbst wenn im Netzwerk nicht jeder Companion mit den anderen direkt sich unterhalten kann.
  • Repeater  Dieser "Umsetzer" (aka "Relais") hat als einziger die Möglichkeit, Nachrichtenpakete weiterzuleiten - und zwar an jeden anderen Repeater und Companion, welcher diesen empfangen kann. Man kann sowohl "an alle" senden - oder festgelegte Routen benutzen, um den Nachrichtentransport zu vereinfachen.
... dies nur in aller Kürze zum System "Meshcore".
Die Vorteile für den Notfunk und die Krisenkommunikation
Wie man sieht, benötigt ein funktionierendes Netz daher zumindest eine minimale Infrastruktur: Mindestens einen Repeater und am besten auch noch einen Room-Server, wobei letzterer die Funktion eines Repeaters mit übernehmen kann. Man erspart sich so sogar noch eine Funkstation. 
Die Vorteile des Meshcore-Systems gegenüber Meshtastic sind nicht sofort ersichtlich, aber tatsächlich eminent:
  • Man kann nämlich seine Nachrichtenpakete in einer Region (egal wie groß und/oder klein diese ist) kursieren lassen, ohne diese zwangsweise mit der ganzen Welt teilen zu müssen.
  • Man kann Regionen miteinander verkoppeln durch gezielte Aussetzung eines Repeaters - und damit die Reichweite gezielt erhöhen.
  • Man kann endlich Nachrichten speichern und später abrufen. Das war zwar auch mit Meshtastic möglich, aber hier musste jeder Client immer eingeschaltet sein. Bei Meshcore reicht es, wenn ein Room-Server aktiv bleibt. 
  • Es lassen sich bereits vor eine Katastrophe Infrastrukturen errichten, warten, pflegen und testen, ohne dass die ganze Welt davon erfahren und an diesem beteiligt werden muss.
Und natürlich kann mein oben beschriebenes Meshtastic-Notfallkit bequem auf Meshcore umstellen - in dem man einen fünften LoRa-Node als Room-Server konfiguriert und diesem je nach Wunsch auch die Funktion eines Repeaters verleiht. Dies kann sogar im Betrieb problemlos ein- und ausgeschaltet werden per Funkfernsteuerung. 
... und da war doch noch was mit den Funkamateuren
Natürlich sind Funkamateure überall dort mit ihrer Nase dabei, wo elektromagnetische Wellen zur Kommunikation benutzt werden. Daher sind diese auch bei "LoRa Mesh" nicht fern und bilden einen Großteil der Benutzer der beiden aufgeführten Systeme - auch wenn diese nicht auf Frequenzen kommunizieren, welche für den Amateurfunkdienst in der Bundesrepublik Deutschland freigegeben sind. 
Da Funkamateure aber in Sachen Frequenzen, Antennen, Sendeleistung etc. ganz andere Möglichkeiten besitzen als der LoRa-Nutzer ohne eine Amateurfunkgenehmigung, hat man sich hier ein eigenes System erdacht: Meshcom
Dieses ist primär dazu gedacht, auf Frequenzen um 433 MHz zu arbeiten. Weiterhin ist Funkamateuren problemlos die Nutzung von hohen Sendeleistungen (bis max. 750 Watt Senderausgangsleistung) vorbehalten. Auch benötigen diese keine Einschränkungen im Sendeverhalten. Der sogenannte "Duty-Cycle-Wert" entfällt - womit sie unbegrenzt lange Nachrichten unbegrenzt oft und mit hoher Bandbreite versenden und empfangen können - ganz im Gegensatz zu Meshtastic und Meshcore, welches hier durch die genutzten ISM-Frequenzbereiche und Auflagen limitiert sind. 
Leider hat man das Meshcom-System an APRS angebunden - das seit Jahrzehnten genutzte "Automatic Position Reporting System" der Funkamateure. Eine an sich gute Idee, nur leider im Krisen-/Katastrophenfall nutzlos, da dieses APRS nicht ohne das Internet funktioniert. Da wir aber von einem ausgefallenen Internet als Mindest-Szenario für eine Krise betrachten müssen, ist dieses Meshcom, wenn es nicht gerade für feste Funkverbindungen genutzt wird, dann leider nutzlos.
Zudem bräuchte man dann für jede Funkstation einen Funkamateur - und so viele gibt es nicht mehr in der Bundesrepublik Deutschland. Zudem haben die Bundesdeutschen Funkamateure ein Organisationsproblem.
Entweder sie sind im Bundesverband der Funkamateure DARC e.V. organisiert. Dann müssen sie sich an die Struktur des Verbandes halten, welcher als solche nichts entscheidet, sondern die Aufgaben an seine Ortsverbände und "Distrikte" abgegeben hat. Zudem wird der Not- und Katastrophenfunk im DARC extrem stiefmütterlich behandelt. Neue Kilowatt-Endstufen und Anhänger voller WLAN-Equipment sind hier wichtiger, als sich vernünftig zu organisieren.
Oder die Funkamateure sind - ganz so wie der Autor dieser Worte - nicht (mehr) organisiert, haben daher in der Regel keinen Anschluss an einen DARC-Ortsverband und haben (ab hier wieder nicht wie der Autor) eine Abneigung gegen das "sich organisieren". Dazu kommt noch der Föderalismus der Bundesrepublik - und die vielerorts vorhandene Abneigung von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS), mit hochnäsigen und selbstverliebten Funkamateuren zu kooperieren - eine Hol-Schuld der Funkamateure und das DARC e.V. bzw. seiner Distrikts- und Ortsverbände.
... und nun?
Nach den Monatelangen Erfahrungen des Autors dieser Zeilen möchte er seinen Lesern folgendes mit auf den Weg geben für den Notfunkbetrieb mittels LoRa Mesh-Technik:
  1. Meshtastic ist gut zum Experimentieren und zum Sammeln erster Erfahrungen. Die Anzahl der Meshtastic-Nutzer in der BRD nimmt derzeit aber beständig ab. Dennoch: Nirgendwo kann man besser erfahren, was mit der LoRa Mesh Technologie möglich ist.
    Wie zuvor beschrieben ist Meshtastic für den "Erstangriff" aber durchaus sehr gut brauchbar und geeignet.
  2. Möglichst bald wünscht man sich aber in Sachen Notfunk ein stabiles und vor allem problemloses Netz. Daher sollte man - ist man von der LoRa Mesh-Technologie überzeugt - möglichst bald mit der Installation eines Meshcore-Netzes beginnen, diese beüben und so weit wie möglich optimieren in Sachen Erreichbarkeit und Signalstabilität.
  3. Hat man sein Meshcore-Netz einsatzbereit (am besten geht dies in Kooperation mit anderen), geht man zur Katastrophenschutzbehörde seines Landkreises oder Gemeinde - und stellt dieses (funktionierende) Netz einfach mal vor, zeigt, was es kann und wie man dieses handelt. Man stellt das Potential vor (am besten im Rahmen eines Szenarios) und bietet den BOS an, dieses aktiv in ihr Notfallkonzept für Landkreis oder Gemeinde einzubeziehen.
Meshcom (die Amateurfunkvariante) halte ich aus den oben beschriebenen Gründen nicht tauglich, im Krisen- und Katastrophenfall einen nennenswerten Mehrwert zu liefern und zu bieten. 
 

Unglaublich, aber wahr: Niemand interessierte sich dafür!

Liebe Community, liebe Mitbürger, liebe Funkfreunde.

Mit dieser Ausschreibung wollte ich den Grundstein legen, LoRa Mesh in den Bürgernotfunk mit einzubringen. Bei allen mir bekannten Gruppierungen von LoRa-Aktivisten habe ich die Ausschreibung verbreitet und verteilt. Zurück gekommen ist: NICHTS!

Keine einzige Einreichung! :-(

Stattdessen Spott, Häme, Verurteilung und Beschimpfungen, wie mir zugetragen wurde.

Mir egal!!!

ICH habe nämlich - wie in der Ausschreibung erwähnt - mein eigenes Meshtastic-Notfunkkit gebaut und zusammengestellt. Dieses habe ich vorläufig hier dokumentiert: http://www.dj1ng.de/notfunk/3lm_material.php

Dieses Kit erfüllt bis auf eine Kleinigkeit (Ein Solarpanel zuwenig) alle von mir in der Ausschreibung gestellten Anforderungen. Neben vier VHF/UHF-Jedermannhandfunkgeräten und einem Amateur-Handfunkgerät enhält dieses Kit vier vollständig konfigurierte und betriebsbereite LoRa Meshtastic-Nodes inklusive vier Batteriepackes (Lithium-Zellen). Damit können die Nodes mittels Aufschrauben der Antenne, Anflanschen der Akkus und Reinhängen in einen Baum sofort ein mehrere Kilometer durchmessendes Meshtastic-Netz bilden.

Zusätzlich enthaltene Nodes können entweder den Netzbereich vergrößern oder als Benutzergeräte fungieren. 

Ich werde den (wasserdichten und aus größrere Höhe abwurftauglichen) Koffer in einem Video im neuen Jahr vorstellen und damit hoffentlich Anregungen geben können, sich selbst so etwas zu bauen.

Übrigens: Meine Gemeinde wird im nächsten Jahr eine LoRa-Meshcore-Infrastrukture, sowie einen LoRa-Meshcom-Repeater erhalten - natürlich alles selbstgebaut. Das Material steht schon bereit. Es war mir nur bisher zu kalt draussen. 

Ich wünsche Dir lieber Leser einen guten Start in einem für Dich und uns alle friedlichen 2026.

Beste Grüße, Guido, DJ1NG, DN1NF
Gründer der Initiative Deutschland funkt! Bürgernotfunk für JEDERMANN

P.S.: Mein Ziel für 2026: Die Notfallbox mit LoRa Mesh zu koppeln, um Notfallboxen miteinander zu vernetzen, diese fernzusteuern und vor allem externe Notrufgeräte per LoRa anzukoppeln!

"Länge spielt keine Rolle" ;-)

Das die Länge nicht nur beim LKW oder beim Sex eine Rolle spielt, wissen wir alle - mehr oder weniger laugh

In der Hochfrequenztechnik spielt Länge eine massiv Rolle - z.B. bei der Antennenlänge oder der Länge eines Koaxialkabels. Zu letzterem wollte ich einmal wissen, wie sich bei einem LoRa Meshnode (System egal) die Länge des Verbindungskabels zwischen Gerät und Antenne (Koax-Kabel) auf die Sendeleistung auswirkt.

Hierbei habe ich mir die typischen 1,13 mm Kabel (Durchmesser) angeschaut welche von den Herstellern bei LoRa-Antennen mitgeliefert werden, mir von einem Hersteller ein Datenblatt geben lassen  und aufgrund der umständlichen Formel eine Tabelle mit verschiedenen Frequenzen und verschiedenen Kabellängen für 433 MHz, 868 MHz und 2400 MHz (Bluetooth) erstellt, welche in LoRa Meshnodes zum Einsatz kommen. 

Das Ergebnis sieht so aus:

Tabelle DämpfungGanz klares Ergebnis: Es ist nicht so schlimm wie befürchtet - aber ...

  • je höher die Frequenz desto höher die Dämpfung
  • je länger das Kabel, desto höher die Dämpfung

Beide Fakten waren mir als Funkprofi natürlich vorher bekannt - aber nicht die Relationen und Ausmaße für dieses dünne Käbelchen.

Fazit: Jeder, der behauptet, die Länge des Antennenkabels spiele keine Rolle, der hat keine Ahnung von Hochfrequenztechnik. Daher empfehlen wir:

Halte die Länge das Kabels so kurz wie irgendwie möglich!!!

Es sind Kabel verschiedenster Längen verfügbar.

Anhänge:

Ausschreibung: Meshtastic-Notfunkkit

Liebe Community, liebe Mitbürger, liebe Funkfreunde!

Nachdem ich ich mich immer intensiver in das Thema LoRa Mesh hineinhänge, stelle ich habe ich Folgendes festgestellt:

  • Meshcore ist das bessere System für feste Installationen, für vorgefertigte und geplante Netze und für eine feste Infrastruktur, welche man in Vorbereitung auf Krisen und Katastrophen dauerhaft errichtet.
  • ABER: Meshtastic ist das bessere "Ad-Hoc-System" - also ein System, welches sich ohne eine bestehende Infrastruktur sofort zu einem Notfallnetz zusammenknüpfen lässt, sobald das Ereignis eingetreten ist, und keine Meshcore-Infrastruktur vorhanden ist.

Daher möchte ich zur Förderung des Bürgernotfunks für JEDERMANN folgendes ausschreiben:

Gesucht wird DAS Meshtastic-Notfunkkit für JEDERMANN!

Sprich: Ein System, welches Jedermann aus einem Koffer heraus sofort und ohne Umstände vor Ort betreiben kann - ohne Vorkenntnisse, ohne Vorwissen, lediglich mit einer kurzen Anleitung.

Bedingungen

Das Meshtatsic-Notfunkkit soll folgende Eigenschaften besitzen:

  • EIN Koffer, welcher ALLES beinhaltet, was für den Betrieb eines Ad-Hoc-Meshtastic-Notfallnetz benötigt wird. Nach Möglichkeit soll der Koffer wasserdicht und stossfest aufgebaut sein, um diesen ggfs auch aus einem Hubschrauber abwerfen zu können (aus geringer Höhe natürlich).
  • Der Koffer beinhaltet midenstens einen Text-Client (meine Empfehlung), welcher die Nutzung des Netzes ohne Smart-Device möglich macht.
  • Der Koffer beinhaltet mindestens ein Smart-Device - z.B. abgelegte Smartphones mit funktionierendem Akku (ohne SIM-Karte) und installierter Meshtastic-App.
  • Der Koffer beinhaltet mindestens drei Meshtastic-Nodes mit nRF52840-Controller (meine Empfehlung). Ein Display am Node ist nicht erforderlich.
  • Jeder Node besitzt einen Akku, einen Laderegler und kann über eine USB-Buchse geladen werden.
  • Pro Node liegen bei:
    • Ein Solar-Panel, mind. 10 Watt, USB-Anschluss
    • Eine wetterfeste Antenne (meine Empfehlung), welche NICHT im Wind schwankt (stabiles Signal)
    • Eine Möglichkeit, den kompletten Node in einen Baum zu hängen oder freistehend aufzustellen (Standfläche)
  • Eine bebilderte Bedienungsanleitung, welche in der Lage ist, auch Menschen ohne technischem Hintergrund den Aufbau und die Inbetriebnahme zu ermöglichen. Die verwendeten Schlüssel (siehe unten) sind aufzuführen.
  • Nodes und Clients sollen so konfiguriert werden, dass sie nach dem Einschalten sofort auf einem verschlüsselten Kanal miteinander das Mesh-netz bilden und ohne weitere Konfiguration miteinander kommunizieren.!

Wie ist die Ausschreibung einzureichen?

  • Per Email mit bebilderter  deutschsprachiger Dokumentation an DF0BJ@deutschland-funkt.de
  • Alles ist als Open-Source zu betrachten und darf von Jedermann jederzeit nachgebaut werden.
  • Es muss zwangsweise kein System gebaut werden - aber es muss unbedingt nachbausicher sein!
  • Bitte eine gültige Post-Anschrift nicht vergessen.
  • Einsendeschluss für die Dokumentationen ist der 31.12.2025

Wie wird die Ausschreibung bewertet?

Die Ausschreibungen werden von mir bewertet nach folgenden Kriterien:

  • Wurden die Bedingungen erfüllt?
  • Wie leicht ist das System aufzubauen und in Betrieb zu nehmen?
  • Wie hoch sind die Materialkosten?
  • Wie nachbausicher ist das System zum Jahresbeginn 2026?
  • Bonus: Wieviele Nodes sind tatsächlich enthalten?

Wie wird die Ausschreibung honoriert?

Die Einsender der besten drei Meshtastic-Notfunkkits erhalten als Prämie jeweils zwei Paar RETEVIS RT617 PMR-Handfunkgeräte-Sets mit USB-Ladeschale, Antenne und Akku.

Eine Auszahlung der Prämien ist nicht möglich. Ein Rechtsanspruch auf die Prämien besteht nicht. Eine Prämierung ohne eingereichte Projektdokumentation ist nicht möglich.

Die Bewertung meinerseits erfolgt dann bis zum 05. Januar 2026. Die prämierten Meshtastic-Notfunkkits werden dann zum 6. Januar 2026 von mir hier im Blog vorgestellt. Die Prämien werden im Anschluss kostenfrei an die Gewinner verschickt. 

Nochmals die Timeline:

31.12.2025 - Einsendeschluss Projektdokumentation
05.01.2026 - Ende der Bewertung
06.01.2026 - Veröffentlichung und Prämierung hier im Blog.

Noch Fragen:

Habt ihr noch Fragen zum Thema, so könnt ihr diese gerne stellen an DF0BJ@deutschland-funkt.de

Fränkisches Seenland, 06.12.2025,

Guido, DJ1NG

P.S.: Damit niemand glaubt, ich würde nur große Reden schwingen, werde ich selbst einen solchen Koffer erarbeiten - natürlich ausser Konkurenz. Denn es wäre doch irgendwie seltsam, mir selbst die 6 Funkgeräte zu schenken laugh

Dem Hobbyfunk(er) geht es an den Kragen

Beschränkungen, so weit das Auge reicht

Nun ist es soweit: Die Bundesrepublik Deutschland vergreift sich an Hobbyisten und schränkt die nutzbaren Anwendungen des Hobbyfunks drastisch und dramatisch ein.

Wurde zu Beginn des Jahres bereits der Freenet-Hobbyfunk auf 149 MHz durch die Verfügung 45/2025 massiv "zer-"reguliert (ich berichtete hier und hier), so ist nun der allseits beliebte und verbreitete Hobbyfunk PMR446 (Public Mobile Radio auf 446 MHz) dran. In der neuen Verfügung 91/2025 (Amtsblatt 21/2025) wird dieser ebenfalls (wie bei Freenet) auf den Gebrauch tragbarer Funkgeräte ohne externe Batterieversorgung reduziert.

Damit entfällt ab sofort die Möglichkeit, ein PMR446-Funkgerät im Auto zu verwenden (an 12V-Borspannung) ebenso, wie der Einsatz eines PMR446-Funkgerätes im Rahmen eines Repeaters, eines Gateways (Funk-Internet-Funk) oder allgemein als Basis-Station zuhause.

Beliebige Antennen durfte man hier ja noch nie verwenden, sondern musste immer mit angeklebten Gummiwendelantennen vorlieb nehmen.

Walkie Talkies

Sprich: Die Bundesnetzagentur degradiert PMR446 (ebenso wie Freenet) auf den Gebrauch als Spielzeug ("Walkie Talkies") und verweigert bundesdeutschen Hobbyfunkern die vielfältigen Möglichkeiten, welche solch ein Hobbyfunk bieten kann.

Damit wird ab sofort auch der Funkbetrieb mit folgenden Geräten unmöglich gemacht (quasi das Senden verboten):

  • Midland GB1R (und baugleiche Geräte)
  • Team Mico (Vox) PMR446
  • Team Mico (Vox) Freenet
  • Team Duo Portable 2/70

Es wäre schön, wenn sich die Firma Team Elektronik hierzu auch einmal öffentlich äussern würde, von Alan-Midland mal gar nicht zu reden.

Der größte Schmerz: Repeater / Gateways etc

Die größten Sorgen wird dies aber vor allem den Gateway- und Repeater-Betreibern (z.B. den Besitzern des Herzberg-Relais) in der Bundesrepublik Deutschland bereiten. Haben sie viel Zeit, Mühe und Geld in ihre System investiert, so muss die Technik - bis auf CB-Funk-Umsetzer nun demontiert werden - was die Funk-Gemeinde in der Bundesrepublik Deutschland hoffentlich endlich von ihrer Meinung abbringt, dass die Schuld hierfür nur bei all den "Schwarzfunkern im Freenet" liegen würde.

... und dann war da noch der Notfunk

Eines ist sicher: Die neuesten Flausen, welche der Bundesnetzagentur im Kopf herumspuken, werden sicherlich auch massive Auswirkungen auf das Thema Notfunk / Bürgernotfunk in der Bundesrepublik Deutschland haben. So werden nicht nur die o.g. Funkgeräte vom Markt verschwinden, sondern auch der illegale Einsatz von Amateurfunkgeräten zunehmen.

PMR446-/Freenet-Crossband-Repeater hätten zur Basis eines bundesdeutschen Notfunk-Netzes werden können. Entsprechende Dualband-Funkgeräte gibt es ja bereits schon, welche bei entsprechende legaler Programmierung eine massive Reichweitenerhöhung im Notfall hätten ermöglichen können. Man denke hier an das Ahrtal, in welchem viele Gemeinden abgeschnitten waren und welche man durch den Abwurf einiger weniger Handfunkgeräte und den Aufbau von Crossband-Repeatern auf Hügeln und Bergspitzen wiederum eine lebenswichtige Kommunikationsanbindung an die Rettungskräfte hätte einrichten können.

Jetzt verbleibt für solche Zwecke nur noch der CB-Funk - wenn man nicht in "Ausser-Katastrophen-Zeiten" illegal Funkgeräte betreiben möchte.

Und wieder einmal zeigt sich ...

... dass man in der Bundesrepublik nicht in der Lage ist, zu de-regulieren - also Regularien abzuschaffen - sondern die Zügel für den Bürger immer stärker anzieht. Wenn man bedenkt, dass diese Regierung und ihre Behörde Bundesnetzagentur von den Steuergeldern jener Bürger bezahlt wird, welche sie gerade so massiv gängelt, ist das als Solches sehr erstaunlich.

Holen wir die "Fackeln und Mistgabeln"

.... und reichen wir Widerspruch ein wink

Hierzu habe ich - wie für die Vfg45/2025 - einen Muster-Widerspruch erstellt zusammen mit einer Musterbegründung (siehe nachfolgend.

Wundert Euch nicht: Dieses Mal hat man den Hinweis auf die "nicht-aufschiebende Wirkung" nicht vergessen. Macht aber nichts. Je mehr Widersprüche eingehen, desto mehr muss sich die Behörde damit befassen.

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