Teil 1: ZimaBlade - Von der Personal-Cloud zur Notallbox
Teil 1: ZimaBlade - Von der Personal Cloud zur Notallbox
Teil 2: Vergleich Raspberry PI mit ZimaBlade
Teil 3: Vergleich des ZimaBlade mit einer anderen Intel-Notfallbox
Rein zufällig bin ich in den letzten Tagen auf ein Gerät names ZimaBoard2 gestoßen - ein rund 300 € teures Gerät, welches einen vom Hersteller IceWhale Technology gebauten Single-Board-Computer (SBC) vorstellt, welcher vor allem zum Bau einer persönlichen Cloud gedacht ist. Hierfür produziert der Hersteller zudem noch das ZimaOS, ein auf die Erstellung einer eigenen Cloud ausgerichtetes Debian-Linux-Derrivat. Der hersteller möchte damit den persönlichen Cloud-Speicher Zuhause beim Anwender fördern - eine löbliche Idee, denn so hat man wenigstens seine Daten dort, wo sie hingehören: Zuhause.
Das ZimaBoard2 war mir aber definitiv zu teuer. Dann entdeckte ich auf der Homepage des Herstellers ein Produkt namens "Zima Blade" - eine kleine Variante des ZimaBoard. Preis: Rund 70 € im Herstellereigenen Shop. Damit ist dieses Gerät zumindest preislich konkurrenzfähig zu den bisher von mir für die Notfunkbox favorisierten Raspberry PI Single Board Computern.
Bestellt ... getestet ... für tauglich befunden ... Bericht geschrieben ... keine Werbung gemacht - um es ganz kurz zu machen ![]()
Das lange Ergebnis:
- Ich habe für mein Gerät 16 GB Arbeitsspeicher bestellt und dieses damit bestückt. Das muss man selbst unternehmen, da der Computer ohne RAM geliefert wird - eine seltsame Vorgehensweise des Herstellers.
- Das Gerät wird mit installiertem CasaOS geliefert - ein Debian-Linux-Derrivat und der Vorgänger zum bereits erwähnten ZimaOS.
- Über einen beliegenden Adapter kann ein HDMI-Bildschirm angeschlossen werden.
- Der leider einzige USB-Port wird zunächst mit einem Dongle für das Keyboard belegt.
- Beim ersten Aufstarten bootet der Computer in den textmodus von CasaOS - dem Vorgänger des zuvor erwähnten ZimaOS.
- Das Booten erfolgt sehr schnell. Mit der Benutzerkennung "casaos" und dem Passwort "casaos" kommt man sofort an den Computer heran - und wenn es nur ist, um diesen herunterzufahren.
- Danach muss man unbedingt den USB-C-Stecker ziehen, da das Gerät keinen EIN-/AUS-Taster besitzt.
- Möchte man nun ein neues Betriebssystem installieren, wird ein USB-Hub (am besten >= USB 3.0) benötigt. Man kann aber auch direkt eine PCIe-USB-Karte mit mehreren USB-Anschlüssen bestellen. Diese werden unter Linux einwandfrei erkannt und eingebunden.
- Einschalten
- Nach dem gelben "Zima Blade" Bildschirm drückt man schnell die Taste ESC - und gelangt dort ins BIOS.
- Hier stellt man unter "Boot" die Bootreihenfolge so um, dass der (bereits eingesteckte OS-Bootstick) als erstes Boot-Medium genutzt wird.
- Im BIOS nun das Gerät neu starten.
- Nun wird der USB-Bootstick als Startmedium erkannt und genutzt.
- Ich habe Debian GNU/Linux in der Version 13.3 (Trixie) installiert, da ich in Sachen Notfallbox alles mit Debian bzw. Rapsberry OS, einem Debian Derrivat mache.
- Nach der kompletten Installation (siehe Hier) bitte unbedingt einmal einloggen (notfallbox/notfallbox) und die IP-Adresse der Schnittstelle enp2s0 abfragen (ip a) und am besten gut merken und notieren

- Ab sofort kann man Bildschirm, USB-Stick und Keyboard abstecken - und sich per SSH auf den ZimaBlade verbinden.
- Führt man nun die von mir bereits beschrieben menügeführte Installation der Notfallbox durch (siehe Hier) erhält man in kürzester Zeit eine Notfallbox-Installation der aktuellsten Version, welche man problemlos per SSH und Webbrowser im lokalen LAN erreichen kann. Updates bitte nicht vergessen, siehe hier!
Ein paar Daten (Zima Blade 3760):
- Intel Celereon - Quad-Core CPU mit 1,5 GHz
- max. 16 GB DDR3 RAM
- 2x SATA-Port
- LAN, USB 3.0, Mini-Display-Port
- 1 x PCIe Port 2.0 (x4) als Sockel an der Seite
- 32 GB eMMC als Boot- und Arbeitsmedium
- Stromversorgung 12V / 6 Watt ohne Zubehör, max 9 Watt mit SATA-SSD und USB-PCIe-Board
- Extrem geringe Wärmeentwicklung bei Dauerbetrieb
Fazit
Erste Vergleiche mit einem Raspberry PI 5 (separater Artikel folgt) zeigen, dass der ZimaBlade extrem gut für die Verwendung als Notfallbox-Server geeignet ist. Kombiniert man diesen mit einem WLAN-Router, einem USB-Hub und einem großen Speichermedium (SSD mit SATA-Anschluss), so erhält man einen stabilen und sehr schnellen Notfallbox-Server - mit USB-C Anschluss zur Stromversorgung (Dennoch: 12V über USB-C PowerDelivery).
Das Gerät ist ab sofort meine persönliche Empfehlung für den Betrieb der Notfallbox auf Intel-Geräten - schon alleine rein preislich gesehen!!!
Übrigens: Der Stromverbrauch liegt unter 10 Watt. Daher kann das Gerät problemlos (dank seiner 12V Stromversorgung) ohne zusätzlichen Spannungswandler tagelang an einer Autobatterie betrieben werden und ist daher auch für den mobilen Einsatz empfehlenswert.
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