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Von den Problemen, "draussen" WLAN/WiFi zu betreiben ...

Camping-Gerüch(t)e

Kürzlich war ich erst im Urlaub - mit dem Wohnmobil. Hin und wieder war ich des Nachts auch auf offiziellen Campingplätzen - manche davon mit Platz-WLAN-Netzwerk. Doch - wie es der Zufall immer so mal wieder will - hat man mich natürlich an der Reichweitengrenze des WiFi-Netzwerkes platziert.

WAVLINK AC1200 (2.4 & 5 GHz), an 3m Teleskop-Stange von einem TARP

Doch gewusst wie: Als Funkamateur hat man natürlich hier und da so seine Ideen und Ahnungen in Sachen "Funkreichweite"  wink Und daher habe ich mir noch rechtzeitig vor dem Urlaub einen "WiFi-Extender" gekauft - ein Gerät, welches quasi das Camping-Platz-Netzwerk aufnimmt und für mich lokal verstärkt. So ein "Extender" ist auch nichts anderes als win WiFi-Repeater, allerdings mit eigener Verwaltungsoberfläche, welche man schnell und problemlos konfigurieren kann.

Das Ganze hat übrigens wunderbar getan - wenn das Camping-Platz-eigene-Netz nicht Abends massiv überlastet gewesen wäre angryAber dies ist eine andere Geschichte.

Irgendwelche ideen hat man selbst im Urlaub

In diesem Zusammenhang kam mir aber die Idee, solch' ein Gerät auch für meine Notfallbox zu nutzen. Denn:

Der Access-Point eines Raspberry PI ist nicht immer der schnellste. Auch wenn man in der Katastrophe doch vielleicht etwas mehr Geduld aufbringen sollte, könnte mein Camping-Gerät im Access-Point-Betrieb problemlos die komplette drahtlose Kommunikation mit den Nutzern übernehmen - und daher einen Raspberry PI Zero (2) W doch etwas entlasten.

Tolle Idee - nur scheitert dies einmal wieder an den Realitäten.

Es gibt zwar tolle, wetterfeste, sturmsichere und vor allem temperaturbeständige WLAN-Access-Points (z.B. TP-Link EAP-110 Outdoor für 2.4 GHz oder WAVLINK AC1200  für 2,4 & 5 GHz). Die lassen sich wunderbar auch temporär schnell an einer ausziehbaren Teleskop-Stange und einem Wäscheständer befestigen und dann mittels einem LAN-Kabel und einem PoE-Adapter betreiben.

PoE?

PoE bedeutet "Power over Ethernet" und ist ein technischer Standard, durch welchen sich Geräte quasi "Remote" über ein LAN-Kabel gleichzeitig mit Daten UND mit Strom versorgen lassen.

Und hier haben wir das "Knie der Biene":

Gemäß dem Wikipedia-Artikel (abgerufen am 06. Juni 2026 / 20:45 Uhr) gibt es im Endeffekt zum einen mehrere Industrie-PoE-Standards, welche mit einer Spannungsversorgung von 36-57 Volt arbeiten - und eine "PoE Passiv-Standard", welcher im Endeffekt mit beliebigen, Verbraucher-abhängigen Spannungen arbeitet.

Nun Arbeiten aber gerade die oben verlinkten Geräte alle mit 24 Volt Betriebsspannung.

Und das wiederum ist ein echtes Problem. Denn meine Notfallbox arbeitet auf dem Raspberry PI mit 5 Volt und auf PC-Geräten mit 12 Volt-Betriebsspannung.

Realität ... und was vom Traum übrig bleibt

Nach sorgfältiger Analyse der auf dem Markt sich befindlichen Outdoor-WiFi-Access-Points muss ich leider feststellen:

  • Alle gefundenen Geräte arbeiten mit PoE!
  • Ein Teil der Geräte (ungefähr die teurere Hälfte) nutzen die Industrie-Standards und daher 48 Volt Betriebsspannung.
  • Der andere Teil nutzt den PoE Passiv-Standard mit 24 Volt Betriebsspannung.
  • Ich habe KEIN Outdoor-Gerät gefunden, welches eine zusätzliche Spannungsversorgungsmöglichkeit hat (und bezahlbar ist).
  • bei manchen Geräten wird sogar nur ein 230 Volt-(Wechselspannung)-PoE-Injektor mitgeliefert.

Sprich: All dieser geräte waren für den Einsatz ohne Stromnetz nicht zugebrauchen - zumindest nicht, ohne dass man sich in Sachen Spannungsversorgung selbst etwas basteln muss!

Sprich: kommerzielle Outdoor-Access-Point-Geräte waren und sind für den Einsatz an der Notfallbox nicht geeignet!

Dennoch: Nicht aussichtslos!

Ich habe dann nach Selbstbau-Möglichkeiten gesucht. Natürlich gibt es diverse Anleitungen zu diesem Thema. Diese geräte bestehen in der Regel dann aus mehr oder weniger einfachen LAN-WLAN-"Konvertern" auf Basis des ESP32-Micro-Controllers - und haben leider einen großen Nachteil: Ihr Datendurchsatz ist relativ gering im Vergleich beispielsweise mit den oben verlinkten Geräten.

Dennoch - wer sich hierfür interessiert, sei auf diese Links verwiesen:

Ich dachte aber in diesem Fall an meine Zielgruppe: Bürger ohne Bastel-Hintergrund. Daher habe ich weitergesurft und die idee aufgefunden, einen WiFi-Router als Access-Point zu verwenden. Diese gibt es so aber nur als "Indoor-Geräte" - haben aber den Vorteil, dass sie sehr klein sein können und mit 5V oder 12V arbeiten können.

Daher habe ich mir nun zwei preisgünstige Indoor-WLAN-Router bestellt (diesen hier, kann OpenWRT, und diesen hier aus der preisgünstigen Industrie-Ecke). Beide Geräte werde ich auf Tauglichkeit hin untersuchen (WiFi-Leistung) und dann schlicht und ergreifend einfach in ein Outdoor-Gehäuse einbauen - genauso, wie ich dies mit meinem Notfallboxen und meinen LoRa-Mesh-Geräten mache!

Denn: Zwei Bohrungen für die Antennen in ein Gehäuse machen, eine Bohrung für den Strom einzubringen und das Ganze dann abdichten, ist wesentlich weniger Aufwand, als mit irgendwelchen Step-Up-Konvertern Spananungen zu konvertieren und diese dann mit massivem Verlust und maximalen Funkstörungen einzusetzen.

Und ... ganz ehrlich? Wenn ein Bürger diesen Aufwand nicht betreiben möchte, so kann man diese Geräte vielleicht auch eines Tages dann kommerziell vertreiben - am besten direkt mit Akku und Solarzelle dabei.

Na - wäre doch was oder?

Ich werde auf jeden Fall hier wieder berichten.

Übrigens: Alle Links sind Beispiel und KEINE Kaufempfehlungen.

Teil 2: Vergleich Raspberry PI / ZimaBlade

Teil 1: ZimaBlade - Von der Personal Cloud zur Notallbox
Teil 2: Vergleich Raspberry PI mit ZimaBlade
Teil 3: Vergleich des ZimaBlade mit einer anderen Intel-Notfallbox

Im Artikel ZimaBlade - Von der Personal-Cloud zur Notfallbox habe ich bereits auf eine neue Möglichkeit hingewiesen, die Notfallbox als Server auf Intel-Hardware zu betreiben. Sprich: Die Server werden immer kleiner, immer leistungsfähiger und nun zur echten Konkurrenz in Sachen "mobile Computing" und vor allem unserer Notfallbox und lohnen daher eine nähere Betrachtung. 

Wir möchten hier nur kurz die Features und die Eignung eines ZimaBlade-Single-Board-Computer mit einem Raspberry PI 4 8GB und einem PI 5 8GB, dem derzeit mit Abstand leistungsstärksten Raspberry-Single-Board-Computer, vergleichen - mit besonderem Augenmerk auf die Eignung für eine Notfallbox.

Das linke Teil, welches wie eine alte Audio-Cassette aussieht, ist der ZimaBlade von IceWhale-Technology. Rechts im Bild der Raspberry PI 5 8GB.

Technische Daten

  Raspberry PI 4B Raspberry PI 5 Zima Blade 3760 ZimaBlade 7700
Gehäuse Muss zugekauft werden Wird mitgeliefert
Maße (LxBxH) 93x63,5x20 mm (ohne Gehäuse) 88,5x63,5x20 mm (ohne Gehäuse) 107x80x23 mm (mit Gehäuse)
Gewicht 46 g (ohne Gehäuse) 46 g (ohne Gehäuse) 175 g (mit Gehäuse)
Spannung
Leerlauf
CPU Stresstest
5,212 V
2,90 W / 0,58 A
5,9 W / 1,1 A

5,127 V
3 W / 0,58 A
8 W / 1,5 A

12,11 V
1,27 W / 0,1 A
3,6 W / 0,3 A

nicht getestet
Verwendbare OS Linux, Android, Windows 10 ARM64 Windows, Linux, OpenWRT, Android
CPU ARM Cortex
A72
Quad-Core
1,5 GHz
ARM Cortex
A76
Quad-Core
2,4 GHz
Intel Celeron
N3350
Dual Core
1,1 GHz
Intel Celeron
N3450/J3455/E3950
Quad Core
1,2 / 1,5 / 1,6 GHz
Arbeitsspeicher  1 / 2 / 4 / 8 GB eingebaut 1 / 2 / 4 / 8 / 16 GB eingebaut max. 16 GB DDR3L
Boot-Medium SD-Karte / USB-Stick SD-Karte / USB-Stick eMMC 5.1 / 32 GB
Arbeits-Medium SD-Karte / USB-Stick SD-Karte / USB-Stick
SATA/M.2 über PCIe-HAT
Echtzeituhr nur per Nachrüstung über GPIO möglich eingebaut
Anschluss Stromversorgung USB-C USB-C PowerDelivery 12V/3A
Anschlüsse USB 2 x USB 2.0
2 x USB 3.0
1 x USB 3.0
Anschlüsse PCIe nein 1 x PCIe 2.0 1 x PCIe 2.0 x4
Anschlüsse SATA nein nur mit PCIe-HAT 2 x SATA 6.0 Gb/s
Anschlüsse LAN 1 x GBe 1 x GBe mit POE+ 1 x GBe
Anschlüsse Video 2 x Mini-HDMI 1 x MiniDisplayPort 1.2 / 4k@60 Hz
Anschlüsse Sonstiges GPIO, Camera, Lüfter %
WLAN / Wifi OnBoard nein
Bluetooth 5. 0 BLE nein
Kühlung Passiv, Lüfter oder Kühlkörper empfohlen Passiv über das eigene Gehäuse
Geeignet für  Notfallbox Xpi
Verwendung von externen Sensoren
Notfallbox Xpc, bei Verwendung eines externen LAN/WLAN-Routers
Besonderheiten nein EIN-/AUS-Taster! nein

Benchmarks

Ich habe mir die Mühe gemacht, den Raspberry PI4 und PI5 mit dem ZimaBlade 3760 zu vergleichen. Hier sind die Rohdaten des Vergleichs:

Vergleichstabelle Raspberry PI4 mit einem USB 3.2 Boot- und Arbeitsmedium, Raspberry PI 5 mit einem M.2 NVME-Speicher über PCIe, ZimaBlade mit dem internen eMMC Speicher, ZimaBlade mit einer SSD per SATA und meinem heimischen Desktop als Referenz

Das Fazit aus diesem Vergleich zeigt ganz klar: Die PI-Familie ist mit ihrem Quadcore in allen Rechenoperationen massiv überlegen - und der ZimaBlade gewinnt bei den Schreib-Lese-Operationen. Ist ja auch kein Wunder, da er für den Cloud-Betrieb entwickelt wurde. Der gelistete PC war mein Arbeits-PC, welchen ich als Vergleichswert hinzugenommen habe.

Allerdings: Wie die technischen Daten zeigen, ist der ZimaBlade in Sachen Stromverbrauch einsame Spitze und sticht den Raspberry PI5 locker aus. Da jener sowieso empfindlich ist in Sachen Stromversorgung kommt der ZimaBlade hier deutlich besser weg.

Vergleichbarer Ausbau

ZimaBlade im vergleichbaren AusbauUm den ZimaBlade mit einem vergleichbaren Hardware-Ausbau wie beim Raspberry PI 5 zu betreiben, muss man eine SSD über den SATA-Port, ebenso wie einen USB-Hub am USB 3.2- oder PCIe-Anschluss anschliessen (siehe nachfolgendes Bild).

Damit wird der ZimaBlade leider doch recht umfangreich.

Allerdings: In einer Notfallbox Server kann man auf das PCIe-Board verzichten - weil keine Tastatur und keine zusätzlichen USB-Geräte benötigt werden. Zur Not kann man immer noch einen USB-Hub am USB 3.2-Port anschliessen.

Vor-/ und Nachteile des Raspberry PI

Der Raspberry PI 5 im Ausbau mit einem HAT für den Anschluss eines M.2
Speicher-Modules (hier eingebaut). zusätzlich wird eine Speicherbatterie für die eingebaute Uhr verwendet, sowie ein passendes Gehäuse mit Gebläse, welches über den PI selbst angesteuert wird (PWM).

+ GPIO / I²C-Bus für Sensorik
+ Umfangreiche Anschlussmöglichkeiten
+ mittlere Leistungsaufnahme
+ Bluetooth und WLAN onboard
+ Sehr klein und leicht (ohne Zusatzgeräte)
+ Quadcore

- Muss unbedingt zusätzlich und am besten aktiv gekühlt werden, da beide PI sehr schnell warm werden
- Großer Massenspeicher nur per USB oder HAT anschliessbar
- Kein eigenes (internes) Boot & Arbeits-Medium
- Wird grundsätzlich ohne Gehäuse verkauft, ein passendes Gehäuse ist abhängig vom verwendeten HAT unter Umständen schwer aufzutreiben
- PI5 Etwas empfindlich in Sachen Stromversorgung
- Keine Echtzeit-Uhr - man muss die Uhr nach jedem Systemstart einstellen oder zumindest kontrollieren
- Hoher Stromverbrauch (QuadCore)
- Langsame Prozessoren

Vor-/Nachteile des ZimaBlade

Der ZimaBlade kommt ab Werk mit Gehäuse, aber ohne Speichermodul. Dieses kann leicht eingebaut werden. Im Bild ist das 16GB DDR3L SODIMM Modul zu sehen.

+ Boot- und Arbeitsmedium bereits eingebaut
+ SATA- und PCIe-Schnittstellen ohne zusätzliche Hardware nutzbar
+ Betrieb mit Windows, Linux oder Android möglich - Mit OpenWRT macht man daraus sogar seinen eigenen Router
+ Benötigt keine zusätzliche Kühlung - Das Geäuse wird nicht einmal so war, dass man sich die Finger verbrennt.
+ Gerät wird mit/im passenden Gehäuse geliefert
+ Echtzeituhr eingebaut
+ Geringer Stromverbrauch (DualCore)
+ Durch 12V-Betrieb kann das Gerät sogar in einem KFZ ohne Spannungswandler betrieben werden - also ideal z.B. auch für Einsatzleitfahrzeuge.

- RAM muss separat gekauft werden
- Nur ein USB-Anschluss - Neues OS kann daher nur mittels eines USB-Hub gebootet werden. Die Notfallbox benötigt aber im Endeffekt keine eigene Tastatur, weil vollständiger Betrieb via SSH möglich ist.
- Läuft leider nicht mit 5V - oder vielleicht "zum Glück" (siehe Raspberry PI 5) wink
- Mit 32 GB ist Arbeitsmedium zu klein um ohne zusätzlichen Massenspeicher arbeiten zu können im Falle der Notfallbox.
- Kein WLAN und kein Bluetooth an Board - Arbeitet man an einem Router, ist dies aber kein Problem
- Dualcore-CPU, daher geschwindigkeitsmässig weit unter der Raspberry PI-Familie.

Eignung für die Notfallbox

Tatsächlich sind beide Gerätekategorien mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen sehr gut für die Notfallbox geeignet. Mangels vorhandener GPIO-Anschlüsse kann man auf dem ZimaBlade leider keine Sensorik (z.B. Wetterstation) nutzen. Da man an diesem Gerät leider auch auf WLAN und Bluetooth ab Haus verzichten muss, eignet es sich aber dennoch hervorragend als Arbeitsgerät in einem Krisenstab, als Dateiserver oder ähnlichem. Einfach per LAN an einen WLAN/LAN-Router anschliessen, und alle Geräte und menschen können dier Notfallbox sofort nutzen.

Da die Notfallbox auf und für Raspberry PI4 entwickelt wurde, ist diese natürlich für alle Anwendungszwecke brauchbar wink und zwar besser als der Raspberry PI5 welcher doch sehr hakelig ist in Sachen Stromversorgung über den USB-C-Anschluss. 

Unsere Empfehlung:

Willst Du eine universelle Notfallbox, welche ohne zusätzliche Hardware etc. auskommt? Soll diese viele Nutzer bedienen? Soll diese mehr der Kommunikation dienen, als dem herunterladen und austauschen von Daten?
Dann nutze den Raspberry PI 4 mit einem USB 3.2 Stick (mind. 64 GB).

Willst Du eine Notfallbox, welche im Rahmen eines Arbeitsnetzwerkes im Krisenstab etc. eingebunden wird, z.B. für ein Einsatztagebuch, die Personenregistrierung oder eben als Massenspeicher für jeden? Soll diese einen möglichst geringen Stromverbrauch aufweisen? Willst Du ein Gerät, welches sogar im KFZ ohne zusätzliches Netzteil sofort betriebsbereit ist?
Dann nutze den ZimaBlade mit einer per SATA angeschlossenen SSD.

Den Raspberry PI 5 möchten wir trotz seiner umfangreichen Ausstattungsmöglichkeiten nicht empfehlen für die Notfallbox. Schwankt die USB-Spannung auch nur um 0,1 Volt (was vollkommen normal ist), kann der PI5 schon abstürzen. Für meine Software-Entwicklung ist er ganz brauchbar - aber im Feld möchte ich ihn niemals einsetzen!

Teil 1: ZimaBlade - Von der Personal-Cloud zur Notallbox

Teil 1: ZimaBlade - Von der Personal Cloud zur Notallbox
Teil 2: Vergleich Raspberry PI mit ZimaBlade
Teil 3: Vergleich des ZimaBlade mit einer anderen Intel-Notfallbox

Rein zufällig bin ich in den letzten Tagen auf ein Gerät names ZimaBoard2 gestoßen - ein rund 300 € teures Gerät, welches einen vom Hersteller IceWhale Technology gebauten Single-Board-Computer (SBC) vorstellt, welcher vor allem zum Bau einer persönlichen Cloud gedacht ist. Hierfür produziert der Hersteller zudem noch das ZimaOS, ein auf die Erstellung einer eigenen Cloud ausgerichtetes Debian-Linux-Derrivat. Der hersteller möchte damit den persönlichen Cloud-Speicher Zuhause beim Anwender fördern - eine löbliche Idee, denn so hat man wenigstens seine Daten dort, wo sie hingehören: Zuhause.

Das ZimaBoard2 war mir aber definitiv zu teuer. Dann entdeckte ich auf der Homepage des Herstellers ein Produkt namens "Zima Blade" - eine kleine Variante des ZimaBoard. Preis: Rund 70 € im Herstellereigenen Shop. Damit ist dieses Gerät zumindest preislich konkurrenzfähig zu den bisher von mir für die Notfunkbox favorisierten Raspberry PI Single Board Computern.

Bestellt ... getestet ... für tauglich befunden ... Bericht geschrieben ... keine Werbung gemacht - um es ganz kurz zu machen wink

ZimaBladeDas lange Ergebnis:

  1. Ich habe für mein Gerät 16 GB Arbeitsspeicher bestellt und dieses damit bestückt. Das muss man selbst unternehmen, da der Computer ohne RAM geliefert wird - eine seltsame Vorgehensweise des Herstellers.
  2. Das Gerät wird mit installiertem CasaOS geliefert - ein Debian-Linux-Derrivat und der Vorgänger zum bereits erwähnten ZimaOS.
  3. Über einen beliegenden Adapter kann ein HDMI-Bildschirm angeschlossen werden. 
  4. Der leider einzige USB-Port wird zunächst mit einem Dongle für das Keyboard belegt.
  5. Beim ersten Aufstarten bootet der Computer in den textmodus von CasaOS - dem Vorgänger des zuvor erwähnten ZimaOS.
  6. Das Booten erfolgt sehr schnell. Mit der Benutzerkennung "casaos" und dem Passwort "casaos" kommt man sofort an den Computer heran - und wenn es nur ist, um diesen herunterzufahren.
  7. Danach muss man unbedingt den USB-C-Stecker ziehen, da das Gerät keinen EIN-/AUS-Taster besitzt.
  8. Möchte man nun ein neues Betriebssystem installieren, wird ein USB-Hub (am besten >= USB 3.0) benötigt. Man kann aber auch direkt eine PCIe-USB-Karte mit mehreren USB-Anschlüssen bestellen. Diese werden unter Linux einwandfrei erkannt und eingebunden.
  9. Einschalten
  10. Nach dem gelben "Zima Blade" Bildschirm drückt man schnell die Taste ESC - und gelangt dort ins BIOS.
  11. Hier stellt man unter "Boot" die Bootreihenfolge so um, dass der (bereits eingesteckte OS-Bootstick) als erstes Boot-Medium genutzt wird.
  12. Im BIOS nun das Gerät neu starten.
  13. Nun wird der USB-Bootstick als Startmedium erkannt und genutzt.
  14. Ich habe Debian GNU/Linux in der Version 13.3 (Trixie) installiert, da ich in Sachen Notfallbox alles mit Debian bzw. Rapsberry OS, einem Debian Derrivat mache.
  15. Nach der kompletten Installation (siehe Hier) bitte unbedingt einmal einloggen (notfallbox/notfallbox) und die IP-Adresse der Schnittstelle enp2s0 abfragen (ip a) und am besten gut merken und notieren wink
  16. Ab sofort kann man Bildschirm, USB-Stick und Keyboard abstecken - und sich per SSH auf den ZimaBlade verbinden. 
  17. Führt man nun die von mir bereits beschrieben menügeführte Installation der Notfallbox durch (siehe Hier) erhält man in kürzester Zeit eine Notfallbox-Installation der aktuellsten Version, welche man problemlos per SSH und Webbrowser im lokalen LAN erreichen kann. Updates bitte nicht vergessen, siehe hier!

Ein paar Daten (Zima Blade 3760):

  • Intel Celereon - Quad-Core CPU mit 1,5 GHz
  • max. 16 GB DDR3 RAM
  • 2x SATA-Port
  • LAN, USB 3.0, Mini-Display-Port
  • 1 x PCIe Port 2.0 (x4) als Sockel an der Seite
  • 32 GB eMMC als Boot- und Arbeitsmedium
  • Stromversorgung 12V / 6 Watt ohne Zubehör, max 9 Watt mit SATA-SSD und USB-PCIe-Board
  • Extrem geringe Wärmeentwicklung bei Dauerbetrieb
Der ZimaBlade kommt ab Werk mit Gehäuse, aber leider ohne Arbeitsspeicher. Diese muss vom Besitzer nachgerüstet werden. Das Gehäuse ist aber schnell zerlegt. Man benötigt nur einen kleinen Kreuzschlitz-Schraubendreher. Im Bild zu sehen ist der 16GB DDR3L SODIMM-Speicherriegel.

Fazit

Erste Vergleiche mit einem Raspberry PI 5 (separater Artikel folgt) zeigen, dass der ZimaBlade extrem gut für die Verwendung als Notfallbox-Server geeignet ist. Kombiniert man diesen mit einem WLAN-Router, einem USB-Hub und einem großen Speichermedium (SSD mit SATA-Anschluss), so erhält man einen stabilen und sehr schnellen Notfallbox-Server - mit USB-C Anschluss zur Stromversorgung (Dennoch: 12V über USB-C PowerDelivery).

Das Gerät ist ab sofort meine persönliche Empfehlung für den Betrieb der Notfallbox auf Intel-Geräten - schon alleine rein preislich gesehen!!!

Übrigens: Der Stromverbrauch liegt unter 10 Watt. Daher kann das Gerät problemlos (dank seiner 12V Stromversorgung) ohne zusätzlichen Spannungswandler tagelang an einer Autobatterie betrieben werden und ist daher auch für den mobilen Einsatz empfehlenswert.

Hilfestellung zum Selbstbau des eigenen Solar-Nodes

Im Artikel A new node is born habe ich bereits über meinen ersten selbstgebauten Solar-Node berichtet.  Inzwischen ist viel Wasser mit der Isar den Bach hinuntergegangen und ich durfte einige Erfahrungen sammeln. Inzwischen betreibe ich drei eigene Meshcore-Repeater, einen Room-Server und und dazu passend drei eigene Meshcore-Companions (siehe Ein Notfall-Funk-Netz mit LoRa Mesh).

In diesem Artikel möchte ich noch einmal im Detail auf den Selbstbau eingehen und Hilfestellung geben, damit man nicht unbedingt teure Fertig-Geräte kaufen muss, welche u.U. gar nicht mal so besonders gut geeignet sind.

Achtung: Alle Erwähnungen, Hinweise etc. sind meine Empfehlungen und keine Werbung!

Die Empfehlungen basieren auf folgenden Prämissen: 

  • unbeaufsichtigter Betrieb
  • Betrieb 24h / 7 Tage die Woche / 365 Tage im Jahr
  • maximal 1 bis 2 Wartung pro Jahr (z.B. Frühling und Herbst)
  • Ausschließlich Fernbedienung

Das LoRa Mesh-Funkgerät

Hier ist der Markt inzwischen recht unübersichtlich geworden. Für einen Solar-Mesh-Node gibt es aber derzeit meiner Ansicht nach nur ein empfehlenswertes Funkgerät:

Seedstudio XiaoSeeedstudio Xiao Meshtatsic Kit

Dieses Kit besteht aus einem Nordic nRF52840 Microcontroller (mit Bluetooth Low Energy) sowie dem Funkmodul Wio SX1262 für LoRa Funkbetrieb.

Das Kit heisst zwar "Meshtastic" Kit, läuft aber ebenso problemlos unter Meshcore. Zum preis von unter $ 14 erhält man einen Daumenkuppen großes Modul, welches unter Zuführung von 4,2 V (direkt) oder 5 V (USB) Gleichspannung sofort losfunken kann - nach dem Einschalten der Spannung nur wenige Sekunden. 

Bei einer maximal Senderausgangsleistung von 27 dBm (0,5 Watt PEP) benötigt das Funkgerät im Stand-by unter 5 µA. Damit ist es auch in der Sendung des sparsamste Funkgerät überhaupt und daher ideal geeignet für einen Netzwerkknoten mit langer Laufzeit.

ACHTUNG: Den "Xiao" gibt es auch mit ESP-32 Mikrocontroller. Es handelt sich hierbei um eine andere Version, welche einen wesentlich höheren Stromverbrauchhttps://www.fts-hennig.de/delock/hochfrequenztechnik/delock-lpwan-806-896-mhz-yagi-antenne-sma-stecker-10-dbi-starr-direktional-wand-und-mastmontage-outdoor hat. Bitte beachten!

Die Beschaffung eines LoRa Funkgerätes mit einem Display ist meiner Ansicht nach für einen Repeater und/oder Room-Server nicht notwendig und führt ebenfalls nur zu einem erhöhten (aber unnötigen) Stromverbrauch. Man kann alles per Fernsteuerung verwalten und benötigt für einen Solar-Node keine Anzeige am Gerät selbst.

Bestellen? Am Besten direkt beim Hersteller!

Das Gehäuse

Für ein Gerät, welches man im Freiehttps://www.fts-hennig.de/delock/hochfrequenztechnik/delock-lpwan-806-896-mhz-yagi-antenne-sma-stecker-10-dbi-starr-direktional-wand-und-mastmontage-outdoorn montieren möchte, sollte man unbedingt ein mit der Klassifizierung IP65 geschütztes Gehäuse verwenden. Dieses verhindert das Eindringen von Staub (Pollen) und Wasser auch bei heftigem Regen. 

Um die (weiter unten empfohlene) Solarzelle direkt auf dem Gehäuse zu montieren, sollte man ein Gehäuse mit mindestens 80*80 mm und einer Tiefe von mindestens 55 Millimeter verwenden.

Alternative: Feuchtraum-Verteilerdose

Feuchtraum-VerteilerdoseSolch eine Dose kann man in den unterschiedlichsten Varianten kaufen.

Es gibt jene mit einem sehr weichen Gehäuse und daher auch sehr weichen runden Durchbrüchen. Diese betrachte ich nicht wirklich als geeignet. 

Besser sind hier die Dosen wie auf dem Bild links zu sehen. Diese haben stabile und feste Wände, der Deckel ist verschraubbar (siehe auch "Diebstahlsicherung") und die Durchbrüche sind genauso stabil wie die Wände.

Natürlich muss man hier bohren - aber man will ja auch stabile Einbauten und Durchführungen nach aussen benutzen.

Alternative: Elektronik-Modulgehäuse

Elektronik-GehäuseDie eindeutig bessere Wahl sind sogenannte ABS-Gehäuse (aka Elektronik-Gehäuse aka Modul-Gehäuse). Sie sind genauso nach IP65 geschützt, bieten aber eindeutig stabilere Wände.

Auch hier muss man natürlich bohren.  ;-) Dennoch bevorzuge ich diese Gehäuse, da sie mir einen wesentlich stabileren Eindruck machen. 

Sprich: Meine Erfahrungen mit diesen Gehäusen in verschiedenen Formen und Größen sind so gut, dass ich Solar-Nodes nur noch mit diesen aufbaue.

Bestellen: Hier zum Beispiel

 

... und dann war da noch:  Die Mastmontage

C-SchieneDie nebenstehenden Montageschienen (aka "C-Schiene") sind hervorragend für die senkrechte Montage an einem Mast geeignet.

Zum einen bieten diese ordentliche Löcher, um das Gehäuse auf der glatten Rückseite aufzusetzen und mittels zweier Löcher maximal zu fixieren (Isolierung nicht vergessen).

Setzt man eine Outdoor-Antenne ein (wie weiter unten vorgeschlagen), so kann auch die Antennenhalterung auf dieser Schiene so befestigt werden, dass die N-Buchse gut entlastet wird und die Antenne im Verhältnis zum Mast nicht schief steht. 

Leider sind dieses Profile Industrieware und etwas schwer zu beschaffen, wie der Author beim Erstellen dieses Artikels feststellt. Es wird weiter nach sinnvollem Material gesucht.

SchlauchschelleZu Befestigung der Schiene mit aufgesetztem Gehäuse und der Antenne eignen sich nun hervorragend Schlauchschellen. Diese gibt es in den unterschiedlichsten Größen und können daher perfekt an den vorhanden Mast angepasst werden. 

Zum Schliessen der Schelle nutzt man am besten einen Akku-Schrauber - da man sich sonst "einen Wolf" dreht mit einem manuellen Schraubendreher.

Bitte nur vorsichtig beim Schliessen: Das Gewinde kann bei Zuviel Kraft beschädigt werden.

Bestellen?
Schlauchschellen jeder Größe zum Beispiel hier 
Die abgebildete Schiene ist für B2B-Kunden bei diesem Lieferanten bestellbar. Leider habe ich im Endkundenhandel noch nichts entsprechendes gefunden. Was man aber machen kann: In einem Baumarkt der Wahl zwei solche Winkel-Schienen kaufen und diese dann zu einem U zusammenschrauben. Dann bekommt man eine nicht ganz so stabile, für den Heimgebrauch dennoch vollkommen ausreichende Montagehilfe. Beispiel 1 / Beispiel 2

Durchbrüche

Wir benötigen hier nun die folgenden Durchbrüche (im Gehäuse). Diese sollten unbedingt beispielsweise mit Teflon-Band aus der Sanitärabteilung eines Baumarktes abgedichtet werden:

Zwingend: Antenne

Alternative 1: SMA-Buchse

SMA-Buchse auf IPEX-SteckerWer nhttps://www.fts-hennig.de/delock/hochfrequenztechnik/delock-lpwan-806-896-mhz-yagi-antenne-sma-stecker-10-dbi-starr-direktional-wand-und-mastmontage-outdoorur eine kleine Antenne (Gummiwendelantenne) nutzen möchte, dem reicht unbedingt eine SMA-Antennebuchse im Gehäuse. Diese gibt es komplett fertig mit Anschlusskabel an die IPEX-Buchse des Funkgerätes. Die einfachste, schnellste Lösung, vor allem ohne zusätzliche Verluste durch Adapter, Kabel etc.

Achtung: Es gibt diese Kabel mit unterschiedlichen Längen. Bitte die Kabel so kurz wie möglich halten und im Gehäuse lieber so dicht wie möglich mit dem Funkgerät an den Antennenanschluss heranrücken. 

Bestellen? Zum Beispiel hier

Alternative 2: N-Buchsehttps://www.amazon.de/dp/B09Y8BZDLN

N-Buchse auf IPEX-SteckerWill man dem Solar-Node eine größere (und damit bessere) Antenne spendieren, sollte man in Sachen Antennenbuchse auf den N-Typ ausweichen.

Dieser ist deutlich größer und stabiler als eine SMA-Buchse und die großen kommerziellen Antennen werden mit diesem Typ als Stecker geliefert.

Auch hier gibt es unterschiedliche Längen des Kabels.

Die N-Buchse gibt es sowohl mit einem Flansch (und damit 4 Löchern zum befestigen als auch als ein runder Einbau, wie auf unserem Beispiel-Bild zu sehen.

Bestellen? Zum Beispiel hier

Zwingend: USB-C- Buchse zum Anschluss des Solar-Panels

USB-C Buchse mit WasserschutzDa wir uns ein Solar-Panel mit einem USB-C Anschluss besorgen, sollten wir natürlich auch eine solche Buchse in den Solar-Node mit einbauen.

Natürlich könnte man auch den Stecker des Panels in das Innere des Gehäuses verlegen - hat dabei aber ganz sicher größere Schwierigkeiten mit der Dichtigkeit, als mit einem Loch für diese Buchse. 

Unsere Empfehlungsbuchse wird mit einem Gummistopfen geliefert. Diesen könnte man beim Solaranschluss weglassen.

Bestellen? Hier zum Beispiel

Option: USB-C Buchse zum Firmware-Update des Solar-Node

USB-C Buchse mit WasserschutzSoll der Node datentechnisch von Aussen zugänglich sein, damit man beispielsweise ein Firmware-Update machen kann, ohne das Gehäuse zu öffnen, sollte man eine zweite, direkt mit der USB-Buchse des Funkgerätes verbundene USB-C Buchse einbauen.

USB-C-SteckerZur Verbindung mit dem Funkgerät benötigen wird dann noch einen USB-C-Stecker, welcher am anderen Endes das Buchsen-Kabels angelötet wird (siehe Verdrahtungsplan weiter unten).https://www.fts-hennig.de/delock/hochfrequenztechnik/delock-lpwan-806-896-mhz-yagi-antenne-sma-stecker-10-dbi-starr-direktional-wand-und-mastmontage-outdoor

Die Stecker werden in der Regel als Set aus lötbaren Buchsen und Steckern geliefert.

Bestellen? Die USB-C-Buchsen bekommt man zum Beispiel hier. Die USB-C-Stecker bekommt man zum Beispiel hier.

Option: Schalter

Möchte man den Node von aussen schaltbar haben - z.B. um diesen in Ruhe und ohne Antenne am Mast zu montieren und erst nach dem Anbringen der Antenne einschalten, so gibt es hier zwei vernünftige Alternativen.

Alternative 1: Druckschalter

Mini-DrucktasterDiesen Drucktaster resp. -Schalter kann man versenkt und damit versteckt einbauen, so dass ein Unwissender diesen gar nicht erst bemerkt. Es gibt allerdings so viele unterschiedliche Arten solcher Schalter, dass wir hier nur ein Beispiel zeigen können. 

Bestellen? Zum Beispiel hier

Alternative 2: Schlüsselschalter

SchlüsselschalterWer gerne auf Nummer sicher geht, der baut einen Schlüsselschalter ein - und zwar einen, bei welchem man den Schlüssel im eingebauten Zustand abziehen kann.

Natürlich ist der preiswerte Schalter in unserem Beispiel kein absoluter Ein-/Ausschalt-Schutz. Dennoch bietet er zum Schaltvorgang selbst noch eine stromlose Anzeige des Betriebszustandes des Solar-Node - sogar aus der Ferne. 

Achtung: Es gibt auch Schlüsselschalter, bei welchen man den Schlüssel nur im ausgeschalteten Zustand abziehen kann. Dies ist in unseren Augen kontraproduktiv.

Bestellen? Zum Beispiel hier

Die Innereien

Verdrahtungsplanhttps://www.fts-hennig.de/delock/hochfrequenztechnik/delock-lpwan-806-896-mhz-yagi-antenne-sma-stecker-10-dbi-starr-direktional-wand-und-mastmontage-outdoorNebenstehend (bei Klick größeres Bild) findet man einen möglichen Verdrahtungsplan für den Solar-Node. Dieses Schaltschema ist beim Author mehrfach dauerhaft ohne Probleme in Betrieb.

An dieser Stelle wollen wir kurz über den Akku und den Laderegler sprechen. Antenne und Solar-Panel werden nachfolgend beschrieben. 

Akku

Aufgrund der Vorteile der Technologie (Energiedichte und -Ausbeute pro cm³ Baugröße) sollte man unbedingt auf die Gattung der Lithium-Akkus zurückgreifen.

Alternative 1: Lithium-Rund-Akku im Format 18650

Lithium-18650-FlattopDie meistgebrauchte Form der derzeitigen Consumer-Geräte nutzt diesen Akku-Type: Lithium, Baugröße 18650, Flat-Top (das heisst: Kein "Nippel" am Pluspol).

Diese sind nicht viel Größer als ein AA-Akku, kann aber irgendwas zwischen 1500 und 3500 mAh bei 3,7 Volt Ausgangsspannung leisten (also je nach Typ 5,5 bis 13 Watt) liefern. Damit fallen diese Akkus übrigens nicht unter das Luftsicherheitsgesetz und die Regelungen für den Transport von Lithium-Batterien.

Zur Nutzung dieser Akkus benötigt man in der Regel noch einen Batteriehalter. 

Wir haben tatsächlich mit diesen Zellen keine besonders guten Erfahrungen gemacht - auch wenn wir einen Typ genommen haben, welcher uns von anderen Anwender empfohlen wurde.

Wir wollen Euch dies aber dennoch nicht verschweigen.

Bestellen? Akku mit 3500 mAh z.B. hier ... Batteriehalter für 18650 Zellen zum Beispiel hier

Alternative 2: Lithium-Polymer-Flach-Akku

Lithium-Polymer-Flach-AkkuExtrem gute Erfahrung haben wir wiederum mit dem nebenstehenden flachen Lithium-Polymer-Akku gemacht. Es ist klein, leicht, flach und kommt vor allem direkt mit einem Anschlusskabel daher.

Der Stecker (JST 1,5) ist zwar sehr mickrig - dafür merkt man dem Akku aber deutlich an, dass er für den Modellbau entworfen und in der Maker-Szene zuhause ist. Der kleine Stromstecker macht bei einem Stromfluss von max. 100 mA absolut nichts aus.

Bestellen? Zum Beispiel Hier

Laderegler

MPPT-Solar-LadereglerDamit wir den Akku des Solar-Nodes auch vernünftig laden können, benötigen wir noch einen MPPT-Solarladeregler.

Der hier vorgestellte Winzling schafft es, bei einer Eingangsspannung von 4,4 bis 6,5 Volt eine stabile Ausgangsspannung von 4,2 Volt für unser Funkgerät und den zu ladenden Akku zur Verfügung zu stellen. Dabei kann er insgesamt 1 A Strom ausgeben.

Es fällt auf (im Schaltbild), dass wir Akku und Funkgerät parallel am Ausgang des Ladereglers betreiben. Damit erhalten wir quasi eine Art unterbrechungsfreie Stromversorgung. Fällt der Solarstrom aus, bezieht das Funkgerät seinen "Saft" direkt vom Akku (z.B. Nachts). Tagsüber ist aber ausreichend Ladestrom vorhanden, um den Akku zu laden und das Funkgerät betriebsfähig zu halten. Eine Win-Win-Situation.

Bestellen? Zum Beispiel Hier mit Pins und Hier ohne Pins

Mit guter Verbindung

Nachdem der Akku bereits mit einem Steckkontakt kommt, ist es sinnvoll, solche auch an allen anderen Modulen der Innereien anzubringen.

Dazu empfehlen wir diesen Steckertyp: JST Dieser kommt aus dem Modellbau und ist daher auch ideal für unseren Solar-Node geeignet. Unser LiPo-Akku hat einen JST 1,5 Stecker. Wer es etwas größer mag, der verwende eben JST 2,0.

JST 2.0JST 1.5

Bestellen? Zum Beispiel JST 2.0 und JST 1,5

 

 

Auf das Äussere kommt es an

Last but not least wollen wir hier noch das "kritische Thema" Antennen sowie das Solar-Panel besprechen. Beginnen wir mit Letzterem.

Solar-Panel 5V / 10 Watt

SolarpanelVielen Menschen wundern sich, da bei uns nur ein relativ kleines Solar-Panel zum Einsatz kommt. Tatsächlich reichen bei uns 10 Watt völlig aus. 

Tatsächlich muss es auch gar nicht größer sein. Laut Lieferant liefert dieses Panel 10 Watt. Das ist auch gut möglich, denn bei einer Ausgangsspannung von 5,2 V (USB-C-Stecker) wären das maximal 1,9 Ampere an Ausgangsstrom. Da unser Laderegler aber nur 1 Ampere verarbeitet bzw. nutzt, kann das Panel tatsächlich genau das liefern, was wir benötigen. Selbst wenn der Hersteller bei der Leistung "etwas gelogen" hat - was wahrscheinlich ist (Marketing-Ampere sind nicht gleich Strom-Ampere) wird das Teil wohl immer noch rund 1 Watt liefern können.

Der Sockel zur Befestigung ist rund bei einem Durchmesser von 8cm und passt daher "rein zufällig" genau auf unsere oben gewähltes Gehäuse. Man muss nur drei Löcher in den Deckel bohren und das Panel direkt auf diesem befestigen. Schon spart man sich jeglichen Halter für das Panel selbst. Der Solar-Node muss ja sowieso an den Mast.

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... und dann war da noch: Die Antenne

Um es einmal ganz offen zu sagen: Nirgendwo wird mehr gelogen als bei den Angaben zum sogenannten "Gewinn" einer Antenne. Hier lügen die Hersteller, dass sich die Balken biegen und täuschen dem Anwender hier etwas vor, was nicht sein kann.

Daher ein paar Grundvoraussetzungen:

  1. Niemals kann man mehr aus einer Antenne herausholen, als man hineinsteckt. Denn genau das meint "Gewinn". Das bedeutet: Steckt man in eine Antenne 0,5 Watt Leistung hinein, kann niemals mehr als 0,5 Watt herauskommen. In der Realität kommt sogar weniger heraus, denn Stecker, Kabel, Buchsen und selbst die Antenne selbst haben immer Verluste.
  2. Eine "Gewinn-Angabe" in der Einheit "dB" ist wertlos, da hier keine Bezugsquelle angegeben ist ⇒ Betrughttps://www.amazon.de/dp/B09Y8BZDLN
  3. Eine "Gewinn-Angabe" in der Einheit "dBi" bezieht sich auf einen, nur in der Vorstellungskraft der Physiker existenten, "Isotropenstrahler". Es handelt sich hierbei um eine verlustlose und daher rein theoretische Antenne, welche nur zur Berechnung herangezogen wird.
  4. Nur eine "Gewinn-Angabe" in der Einheit "dBd" ist eine reale, nachmessbare und vor allem nachvollziehbare Angabe, da diese sich auf einen (real existierenden) Sozialismus pardon Dipol bezieht. Dennoch wird man solche Angaben in der Regel nur bei Herstellern mit professionellen und hochwertigen Antennen finden. 
  5. Kann man nur die Angabe in "dBi" ausmachen, zieht man bitte den Wert "2,15" vom dBi-Wert ab. Dann erhält man nämlich den dBd-Wert der Antenne.
    Beispiele:
    3 dBi = 0,85 dBd = so gut wie kein Gewinn gegenüber einem Dipol
    5,8 dBi = 3,65 dBd = eine Leistungsverdopplung gegenüber einem Dipol
  6. ACHTUNG: Diese Gewinnangabe, wie zuvor berechnet, bezieht sich auf die EMPFANGSLEISTUNG. Sprich: Eine Antenne mit 5,8 dBi / 3,65 dBd kann ein nur halb so starkes Signal empfangen, wie ein einzelner Dipol. Denn in dieser Antenne sind physikalisch zwei Dipole zusammengeschaltet.
  7. ACHTUNG: Eine Rundstrahl-Antenne mit 5,8 dBi / 3,65 dBd kann auch nicht mehr als 0,5 Watt abstrahlen - niemals mehr (Ernergieerhaltungssatz der Thermodynamik)
  8. Eine RICHTANTENNE mit 5,8 dBi / 3,65 dBd kann die abgestrahlte Energie in einer Richtung bündeln (Öffnungswinkel) und so beim Empfänger ein doppelt so starkes Sendesignal erzeugen - obwohl nicht mehr als 0,5 Watt abgestrahlt wurde.

Alternative 1: Kurze Antenne (z.B. für Companion oder Room-Server)

Aussen-Antenne kurzDie abgebildete Antenne ist ein typischer Vertreter der "3 dBi" Klasse - also einer Antenne ohne irgend einen Gewinn. Die Länge beträgt ca. 30cm.

Halt - das stimmt so nicht ganz. Denn der "Gewinn" dieser Antenne befindet sich in ihrer Ausführung: Wasserdicht, wetterfest, N-Stecker und eine ordentliche Masthalterung, welche problemlos auch in der Lage ist, den Solar-Node selbst am Mast zu halten.

Denn gerade bei Letzterem wird extrem viel Mist angeboten - was bei dieser von uns mehrfach verwendeten Antenne nicht der Fall ist. 

Über die Halterung kann die Antenne auch mit Masse resp. Erde verbunden werden und kann so gemäß VDE-0100 auch blitzgeschützt montiert werden (z.B. auf einem Hausdach). Steht die Antenne frei im Garten auf einem Mast, so muss der Blitzschutz nicht sein. Denn bei einem Blitzeinschlag ist der sowieso defekt, egal ob geerdet oder nicht.

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Alternative 2: Lange Antenne (z.B. für Repeater)

Lange AntenneDie links stehende Antenne ist vom gleichen Hersteller wie die kurze Antenne zuvor - nur dass deren Länge 80cm beträgt. 

Laut Hersteller soll die Antenne einen "Gewinn" von 5,8 dBi / 3,65 dBd" besitzen - und ist damit zumindest empfangstechnisch besser als zwei Dipol-Antennen. Durch die größere Länge kann aber der Empfang schwacher Signale definitiv verbessert werden.

Allerdings schränkt sich hier auch der Öffnungswinkel in der Vertikalen etwas ein, so dass naheliegende Stationen unter Umständen ein schlechteres Signal im Repeater anzeigen können.

Aber generell lässt sich mit dieser Antenne etwas Reichweite gut machen. 

Bestellen? Zum Beispiel Hier

Alternative 3: Richtantenne (für Link-Verbindungen)

Will man zwei Solar-Nodes miteinander verbinden zum Zwecke der Verbindung zweier lokaler Netzwerke, so erstellt man eine "Link-Verbindung" - quasi eine Richtfunkstrecke.

Yagi-RichtantenneMittels einer Richtantenne kann man zwei Mesh-Stationen mehr oder weniger direkt miteinander verbinden - z.B. wenn eine davon etwas weiter weg ist, als es eine normale Verbindung mit zwei Rundstrahlantennen erlaubt (im tiefen tiefen Tal wink).

Die nebenstehend abgebildete Richtantenne ist eine YAGI-UDA-Antenne (Kurzname "Yagi") und speziell als Richtantenne schon vor rund 100 Jahren designed worden. Sie kann die Sendeenergie punktgenau konzentrieren und lässt beim Empfang kaum Seitensignale zu.

Natürlich müssen zwei solche Antennen auch im LoRa-Mesh-Bereich exakt ausgerichtet werden, damit man das optimale Signal aus der Verbindung herausholen kann.

Daher ist eine Richtantenne auch ganz klar etwas für "Spezialisten", sollte dem geneigten Leser aber nicht vorenthalten werden.

Bestellen? Zum Beispiel Hier

Zusammenfassung

Wie man sehen kann, ist der Selbstbau zwar durchaus machbar - aber für einen Menschen, welcher nichts mit Modellbau zu tuen hat, nicht aus der Maker-Szene kommt, kein Funkamateur oder Hobbyfunker ist, und schon Probleme mit den Augen hat (cool) nicht ganz unproblematisch.

Dennoch: Wir wollten Euch diesen Weg nicht vorenthalten. Denn Bastler gibt es viele unter uns - und gerade wenn man in einer Mehrfachfertigung mehrere Solar-Nodes bauen will, lohnt sich dieser Weg ganz unbedingt.

Die Bestell-Links(-Beispiele)

Noch einmal zusammenfassend hier alle im Text erwähnten Beispiel-Links!

LoRa Funkgerät Seeedstudio Meshtastic-Kit (nRF52840 / Wio SX-1262)
Gehäuse IP65-Elektronik-Modulgehäuse
Schlauchschellen Nur als Beispiel, Größe abhängig vom eigenen Mast
B2B-Montageschiene Produkt-Info des Herstellers
Baumarkt-Montageschiene Beispiel-Link Schiene 15*15mm / Beispiel-Link Schiene 20*20mm
Antennen-Buchse mit Kabel Mit SMA-Buchse / Mit N-Buchse
USB-C Anschluss Buchse mit Wasserschutz / Stecker (Lötanschluss)
Schalter Mini-Drucktaster / Schlüsselschalter
Akku 18650 Li-18650-FlatTop-3500 mAh / Batteriehalter 
Akku Flach LiPo-Flach-3000mAh
MPPT Solarregler Mit Anschluss-Pins / Ohne Anschluss-Pins
JST Stecker/Buchsen 2,0mm / 1,5mm
Solarpanel 5 V (USB-C) / 10 Watt
Lora Antenne Outdoor-Antenne kurz / Outdoor-Antenne lang / Richtantenne (Yagi)

Nochmaliger Hinweis: Alle aufgeführten Links dienen als Beispiel, resp. der Illustration und stellen KEINE Verkaufsempfehlung dar. Dennoch hat der Author mit diesen Artikeln persönlich gute Erfahrung gemacht. Bei anderen Nutzern kann diese Erfahrung vollkommen anders ausfallen. Daher übernimmt der Author keinerlei Garantie für die Richtigkeit und vor allem nicht für korrekte Funktion etc.

Zwischenstand zu LoRa Mesh

Es ist noch gar nicht so lange her, dass ich von dem Thema "LoRa Mesh" erfahren habe (Long range Radio) erfahren und noch viel kürzer her, dass ich aktiv eingestiegen bin. Doch in der kurzen Zeit konnte ich viel erfahren (durch Lesen und Erlebnisse).
Am Anfang war Meshtastic
Mit der Anwendung "Meshtastic" hat die aktive Nutzung der LoRa-Funktechnologie für andere Zwecke als die Übermittlung simpler Sensordaten (Temperatur, Luftdruck usw.) begonnen - nämlich die internetunabhängige Übertragung von Textnachrichten. Damit konnte die Anwendung zeigen, das LoRa durchaus das Potential hatte, Nachrichten auch im Ausfall anderer Kommunikationsmöglichkeiten übertragen zu können.
Leider war die Anwendung "zu erfolgreich" und hat sehr schnell einen großen Nutzerkreis begeistert - so wie einst 1971 der CB-Funk in der Bundesrepublik Deutschland. Diese Nutzer wollten aber vor allem nur eines: Quatschen! Sprich: Leichte, lockere Kommunikation über Belangloses - und das mit möglichst weit entfernten Gleichgesinnten. Meshtastic hat dies geboten, da mehr oder weniger alle Stationen (Nodes) gleichberechtigt gearbeitet und Nachrichten weitergeleitet haben. Durch Ausschöpfung der technischen Möglichkeiten (Hoher Standort, Filter, gute Antennen etc.) konnten hier trotz der maximalen Anzahl von Weiterleitungen (7 Hops) konnten hier beispielsweise Menschen in Österreich mit Menschen in der Nord-Westschweiz kommunizieren.
Feine Sache - aber leider extrem problematisch für die Kommunikation im Notfall. Denn man konnte zwar festlegen, dass eigene Nachrichten z.B. nur dreimal weitergeleitet werden konnten (max. Hops 3) - aber man konnte nicht filtern, welche Nachricht man empfangen würde.
Sprich: Für eine stabile Notfallkommunikation auf Dauer war Meshtastic nicht wirklich geeignet.
Dann doch nützlich
Für einen Zweck war - besser gesagt "ist" - Meshtastic dann doch sehr gut zu gebrauchen: Die schnelle Errichtung von Ad-Hoc-Funknetzwerken. Denn: Meshtastic-Funkgeräte (Nodes) sind ab dem Einschalten innerhalb wenige Sekunden empfangsbereit und gehen sofort auf Sendung. Auch sind alle Nodes gleichberechtigt und leiten Nachrichten weiter.
Man kann damit also extrem schnell und mit extrem wenig Aufwand (Node, Akku/Batterie, Antenne und für Akkus noch ein Solarpanel mit Ladeelektronik) errichten und sofort zum Einsatz bringen. Jeder zusätzliche Node erweitert dann das Netz ohne etwas daran konfigurieren zu müssen (MESH = Selbstvernetzende Netzwerk-Technologie).
Somit kann ein Notfallnetz - z.B. bei einem Stromausfall, Hochwasser oder selbst bei einem Hochhausbrand - innerhalb weniger Minuten betriebsbereit eingerichtet werden.
Hierfür habe ich ein grundlegendes Meshtastic-Notfunkkit entwickelt (Textbeschreibung & Video-Vorstellung), welches im Endeffekt skalierbar ist und mit seinen 4 Nodes (und 4 Handfunkgeräten) die absolute Grundlage für ein solches Netz darstellen kann. Das Kit ist durch seinen stabilen Koffer sogar aus einem Hubschrauber abwerfbar, und kann daher in vom Hochwasser eingeschlossenen Ortschaften sofort für eine Verbindung nach Außen und ein internes Kommunikationsnetzwerk sorgen. Dazu passen auch meine CB-Notfunk-Pakete, welche die Verbindung einer Region über physische Grenzen hinweg ermöglichen sollen. 
Übrigens: Ich habe hierfür tatsächlich Kritik von einigen Seiten bekommen. Sogar lustig hat man sich gemacht über meine Bemühungen, Geräte herzustellen, welche eine Katastrophe auch überleben können.
... dann kam Meshcore
Ein Mensch in Australien (Liam Cottle) hat sich mit den Schwächen von Meshtastic analysiert und in einer neuen Anwendung namens "Meshcore" versucht, diese zu beseitigen. Zum einen lagen dieser in der nicht vorhandenen Struktur von Meshtastic - und vor allem darin, dass jeder Node einfach vollkommen unmotiviert seine (und die von ihm wiederholten) Nachrichten in die Gegend "geschrien" hat - ohne Info darüber, ob diese jemals irgendwo ankommen würden.
Dazu hat er vollkommen korrekt erkannt, das ein Meshnetz, trotz seiner selbstvernetzenden Fähigkeiten, doch am besten mit einer Infrastruktur funktioniert. Und so hat er die verwirrenden und vielfältigen Konfigurationsmöglichen auf wenige Rollen reduziert:
  • Companion  Der ganz normale Benutzer. Er kann seine Nachrichten in seiner gesamten Funkreichweite versenden - aber nicht weiter. Mehrere Companions (Freund, Begleiter, Wohltäter, Kumpel) zusammen bilden dann ein lokales Netzwerk in welchem jeder jeden versteht - aber keine Nachrichten über dieses Netzwerk hinaus transferiert werden.
  • Room-Server  Die Funktion einer Mailbox ist schon extrem lange bekannt und in der Datenwelt extrem beliebt, und gipfelte dann irgendwann im EMail-System, welches wir aus dem Internet kennen (SMTP, POP, IMAP). Und schließlich sind auch Meshcore Nutzer nicht ständig in der Lage, ihre "Smart Devices" in der Hand zu halten. Daher kann ein "Room-Server" als kleine "Mailbox" und als lokales Chat-System für Gespräche genutzt werden - selbst wenn im Netzwerk nicht jeder Companion mit den anderen direkt sich unterhalten kann.
  • Repeater  Dieser "Umsetzer" (aka "Relais") hat als einziger die Möglichkeit, Nachrichtenpakete weiterzuleiten - und zwar an jeden anderen Repeater und Companion, welcher diesen empfangen kann. Man kann sowohl "an alle" senden - oder festgelegte Routen benutzen, um den Nachrichtentransport zu vereinfachen.
... dies nur in aller Kürze zum System "Meshcore".
Die Vorteile für den Notfunk und die Krisenkommunikation
Wie man sieht, benötigt ein funktionierendes Netz daher zumindest eine minimale Infrastruktur: Mindestens einen Repeater und am besten auch noch einen Room-Server, wobei letzterer die Funktion eines Repeaters mit übernehmen kann. Man erspart sich so sogar noch eine Funkstation. 
Die Vorteile des Meshcore-Systems gegenüber Meshtastic sind nicht sofort ersichtlich, aber tatsächlich eminent:
  • Man kann nämlich seine Nachrichtenpakete in einer Region (egal wie groß und/oder klein diese ist) kursieren lassen, ohne diese zwangsweise mit der ganzen Welt teilen zu müssen.
  • Man kann Regionen miteinander verkoppeln durch gezielte Aussetzung eines Repeaters - und damit die Reichweite gezielt erhöhen.
  • Man kann endlich Nachrichten speichern und später abrufen. Das war zwar auch mit Meshtastic möglich, aber hier musste jeder Client immer eingeschaltet sein. Bei Meshcore reicht es, wenn ein Room-Server aktiv bleibt. 
  • Es lassen sich bereits vor eine Katastrophe Infrastrukturen errichten, warten, pflegen und testen, ohne dass die ganze Welt davon erfahren und an diesem beteiligt werden muss.
Und natürlich kann mein oben beschriebenes Meshtastic-Notfallkit bequem auf Meshcore umstellen - in dem man einen fünften LoRa-Node als Room-Server konfiguriert und diesem je nach Wunsch auch die Funktion eines Repeaters verleiht. Dies kann sogar im Betrieb problemlos ein- und ausgeschaltet werden per Funkfernsteuerung. 
... und da war doch noch was mit den Funkamateuren
Natürlich sind Funkamateure überall dort mit ihrer Nase dabei, wo elektromagnetische Wellen zur Kommunikation benutzt werden. Daher sind diese auch bei "LoRa Mesh" nicht fern und bilden einen Großteil der Benutzer der beiden aufgeführten Systeme - auch wenn diese nicht auf Frequenzen kommunizieren, welche für den Amateurfunkdienst in der Bundesrepublik Deutschland freigegeben sind. 
Da Funkamateure aber in Sachen Frequenzen, Antennen, Sendeleistung etc. ganz andere Möglichkeiten besitzen als der LoRa-Nutzer ohne eine Amateurfunkgenehmigung, hat man sich hier ein eigenes System erdacht: Meshcom
Dieses ist primär dazu gedacht, auf Frequenzen um 433 MHz zu arbeiten. Weiterhin ist Funkamateuren problemlos die Nutzung von hohen Sendeleistungen (bis max. 750 Watt Senderausgangsleistung) vorbehalten. Auch benötigen diese keine Einschränkungen im Sendeverhalten. Der sogenannte "Duty-Cycle-Wert" entfällt - womit sie unbegrenzt lange Nachrichten unbegrenzt oft und mit hoher Bandbreite versenden und empfangen können - ganz im Gegensatz zu Meshtastic und Meshcore, welches hier durch die genutzten ISM-Frequenzbereiche und Auflagen limitiert sind. 
Leider hat man das Meshcom-System an APRS angebunden - das seit Jahrzehnten genutzte "Automatic Position Reporting System" der Funkamateure. Eine an sich gute Idee, nur leider im Krisen-/Katastrophenfall nutzlos, da dieses APRS nicht ohne das Internet funktioniert. Da wir aber von einem ausgefallenen Internet als Mindest-Szenario für eine Krise betrachten müssen, ist dieses Meshcom, wenn es nicht gerade für feste Funkverbindungen genutzt wird, dann leider nutzlos.
Zudem bräuchte man dann für jede Funkstation einen Funkamateur - und so viele gibt es nicht mehr in der Bundesrepublik Deutschland. Zudem haben die Bundesdeutschen Funkamateure ein Organisationsproblem.
Entweder sie sind im Bundesverband der Funkamateure DARC e.V. organisiert. Dann müssen sie sich an die Struktur des Verbandes halten, welcher als solche nichts entscheidet, sondern die Aufgaben an seine Ortsverbände und "Distrikte" abgegeben hat. Zudem wird der Not- und Katastrophenfunk im DARC extrem stiefmütterlich behandelt. Neue Kilowatt-Endstufen und Anhänger voller WLAN-Equipment sind hier wichtiger, als sich vernünftig zu organisieren.
Oder die Funkamateure sind - ganz so wie der Autor dieser Worte - nicht (mehr) organisiert, haben daher in der Regel keinen Anschluss an einen DARC-Ortsverband und haben (ab hier wieder nicht wie der Autor) eine Abneigung gegen das "sich organisieren". Dazu kommt noch der Föderalismus der Bundesrepublik - und die vielerorts vorhandene Abneigung von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS), mit hochnäsigen und selbstverliebten Funkamateuren zu kooperieren - eine Hol-Schuld der Funkamateure und das DARC e.V. bzw. seiner Distrikts- und Ortsverbände.
... und nun?
Nach den Monatelangen Erfahrungen des Autors dieser Zeilen möchte er seinen Lesern folgendes mit auf den Weg geben für den Notfunkbetrieb mittels LoRa Mesh-Technik:
  1. Meshtastic ist gut zum Experimentieren und zum Sammeln erster Erfahrungen. Die Anzahl der Meshtastic-Nutzer in der BRD nimmt derzeit aber beständig ab. Dennoch: Nirgendwo kann man besser erfahren, was mit der LoRa Mesh Technologie möglich ist.
    Wie zuvor beschrieben ist Meshtastic für den "Erstangriff" aber durchaus sehr gut brauchbar und geeignet.
  2. Möglichst bald wünscht man sich aber in Sachen Notfunk ein stabiles und vor allem problemloses Netz. Daher sollte man - ist man von der LoRa Mesh-Technologie überzeugt - möglichst bald mit der Installation eines Meshcore-Netzes beginnen, diese beüben und so weit wie möglich optimieren in Sachen Erreichbarkeit und Signalstabilität.
  3. Hat man sein Meshcore-Netz einsatzbereit (am besten geht dies in Kooperation mit anderen), geht man zur Katastrophenschutzbehörde seines Landkreises oder Gemeinde - und stellt dieses (funktionierende) Netz einfach mal vor, zeigt, was es kann und wie man dieses handelt. Man stellt das Potential vor (am besten im Rahmen eines Szenarios) und bietet den BOS an, dieses aktiv in ihr Notfallkonzept für Landkreis oder Gemeinde einzubeziehen.
Meshcom (die Amateurfunkvariante) halte ich aus den oben beschriebenen Gründen nicht tauglich, im Krisen- und Katastrophenfall einen nennenswerten Mehrwert zu liefern und zu bieten.