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Ausschreibung: Meshtastic-Notfunkkit

Liebe Community, liebe Mitbürger, liebe Funkfreunde!

Nachdem ich ich mich immer intensiver in das Thema LoRa Mesh hineinhänge, stelle ich habe ich Folgendes festgestellt:

  • Meshcore ist das bessere System für feste Installationen, für vorgefertigte und geplante Netze und für eine feste Infrastruktur, welche man in Vorbereitung auf Krisen und Katastrophen dauerhaft errichtet.
  • ABER: Meshtastic ist das bessere "Ad-Hoc-System" - also ein System, welches sich ohne eine bestehende Infrastruktur sofort zu einem Notfallnetz zusammenknüpfen lässt, sobald das Ereignis eingetreten ist, und keine Meshcore-Infrastruktur vorhanden ist.

Daher möchte ich zur Förderung des Bürgernotfunks für JEDERMANN folgendes ausschreiben:

Gesucht wird DAS Meshtastic-Notfunkkit für JEDERMANN!

Sprich: Ein System, welches Jedermann aus einem Koffer heraus sofort und ohne Umstände vor Ort betreiben kann - ohne Vorkenntnisse, ohne Vorwissen, lediglich mit einer kurzen Anleitung.

Bedingungen

Das Meshtatsic-Notfunkkit soll folgende Eigenschaften besitzen:

  • EIN Koffer, welcher ALLES beinhaltet, was für den Betrieb eines Ad-Hoc-Meshtastic-Notfallnetz benötigt wird. Nach Möglichkeit soll der Koffer wasserdicht und stossfest aufgebaut sein, um diesen ggfs auch aus einem Hubschrauber abwerfen zu können (aus geringer Höhe natürlich).
  • Der Koffer beinhaltet midenstens einen Text-Client (meine Empfehlung), welcher die Nutzung des Netzes ohne Smart-Device möglich macht.
  • Der Koffer beinhaltet mindestens ein Smart-Device - z.B. abgelegte Smartphones mit funktionierendem Akku (ohne SIM-Karte) und installierter Meshtastic-App.
  • Der Koffer beinhaltet mindestens drei Meshtastic-Nodes mit nRF52840-Controller (meine Empfehlung). Ein Display am Node ist nicht erforderlich.
  • Jeder Node besitzt einen Akku, einen Laderegler und kann über eine USB-Buchse geladen werden.
  • Pro Node liegen bei:
    • Ein Solar-Panel, mind. 10 Watt, USB-Anschluss
    • Eine wetterfeste Antenne (meine Empfehlung), welche NICHT im Wind schwankt (stabiles Signal)
    • Eine Möglichkeit, den kompletten Node in einen Baum zu hängen oder freistehend aufzustellen (Standfläche)
  • Eine bebilderte Bedienungsanleitung, welche in der Lage ist, auch Menschen ohne technischem Hintergrund den Aufbau und die Inbetriebnahme zu ermöglichen. Die verwendeten Schlüssel (siehe unten) sind aufzuführen.
  • Nodes und Clients sollen so konfiguriert werden, dass sie nach dem Einschalten sofort auf einem verschlüsselten Kanal miteinander das Mesh-netz bilden und ohne weitere Konfiguration miteinander kommunizieren.!

Wie ist die Ausschreibung einzureichen?

  • Per Email mit bebilderter  deutschsprachiger Dokumentation an DF0BJ@deutschland-funkt.de
  • Alles ist als Open-Source zu betrachten und darf von Jedermann jederzeit nachgebaut werden.
  • Es muss zwangsweise kein System gebaut werden - aber es muss unbedingt nachbausicher sein!
  • Bitte eine gültige Post-Anschrift nicht vergessen.
  • Einsendeschluss für die Dokumentationen ist der 31.12.2025

Wie wird die Ausschreibung bewertet?

Die Ausschreibungen werden von mir bewertet nach folgenden Kriterien:

  • Wurden die Bedingungen erfüllt?
  • Wie leicht ist das System aufzubauen und in Betrieb zu nehmen?
  • Wie hoch sind die Materialkosten?
  • Wie nachbausicher ist das System zum Jahresbeginn 2026?
  • Bonus: Wieviele Nodes sind tatsächlich enthalten?

Wie wird die Ausschreibung honoriert?

Die Einsender der besten drei Meshtastic-Notfunkkits erhalten als Prämie jeweils zwei Paar RETEVIS RT617 PMR-Handfunkgeräte-Sets mit USB-Ladeschale, Antenne und Akku.

Eine Auszahlung der Prämien ist nicht möglich. Ein Rechtsanspruch auf die Prämien besteht nicht. Eine Prämierung ohne eingereichte Projektdokumentation ist nicht möglich.

Die Bewertung meinerseits erfolgt dann bis zum 05. Januar 2026. Die prämierten Meshtastic-Notfunkkits werden dann zum 6. Januar 2026 von mir hier im Blog vorgestellt. Die Prämien werden im Anschluss kostenfrei an die Gewinner verschickt. 

Nochmals die Timeline:

31.12.2025 - Einsendeschluss Projektdokumentation
05.01.2026 - Ende der Bewertung
06.01.2026 - Veröffentlichung und Prämierung hier im Blog.

Noch Fragen:

Habt ihr noch Fragen zum Thema, so könnt ihr diese gerne stellen an DF0BJ@deutschland-funkt.de

Fränkisches Seenland, 06.12.2025,

Guido, DJ1NG

P.S.: Damit niemand glaubt, ich würde nur große Reden schwingen, werde ich selbst einen solchen Koffer erarbeiten - natürlich ausser Konkurenz. Denn es wäre doch irgendwie seltsam, mir selbst die 6 Funkgeräte zu schenken laugh

Von der "fast" Unmöglichkeit, den Behörden zu helfen und anderen Schwierigkeiten

Enttäuschung auf ganzer Linie

Wir Notfunk-Aktivisten erleben dies immer wieder:

Wir haben tolle Ideen, sind in der Lage diese technisch und taktisch umzusetzen und bieten diese zur öffentlichen Nutzung an – und seitens der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) der Bundesrepublik Deutschland will niemand etwas davon wissen. Wir ernten in der Regel Ablehnung („wir haben alles, was wir brauchen“), massive Arroganz („WIR sind die BOS und wenn Du nicht Mitglied bei uns bist, bist DU gar nichts“), Abfälligkeiten („Spielzeugfunker“) oder gar völlige Ignoranz.

Lediglich wenn ein Angehöriger dieser BOS sich für eine bestimmte Technik begeistert und diese mit einbringt in „seinen Verein“ oder „seine Organisation“, wird die Technik – natürlich auf persönliche Kosten des Mitgliedes – geduldet.

Beispiel: In meiner ehemaligen Eigenschaft als Fachdienstleiter „Information und Kommunikation“ (IuK) in Deutschlands größter BOS-Organisation sowie Gründer und Leiter einer Unterstützungsgruppe Sanitätseinsatzleitung (UG-SanEL) im Katastrophenschutz habe ich in Ein Einsatzleitfahrzeug ausgebaut. Dieses erhielt auch ein Amateurfunkgerät, um im Katastrophenfall Kontakt zu den Funkamateuren meines Landkreises herstellen zu können. Natürlich musste ich das Funkgerät selbst bezahlen – und es hat niemand weiteren interessiert, dass eine Einsatzeinheit des Katastrophenschutzes diese Kommunikationsmöglichkeit besaß.

„Was nicht von uns kommt …“

Daraus folgt: Wenn eine Idee nicht von den BOS oder auch nur einem ihrer Mitglieder/Mitarbeiter kommt, wollen die BOS hiervon schlichtweg nichts wissen. Selbst Funkfachfirmen, welche diese BOS mit „sicherer Kommunikation“ ausstatten, sind nicht interessiert und verdrehen alleine schon bei der Erwähnung einer Hobbyfunk-Technologie einfach nur die Augen. Man könne damit kein Geld verdienen, heisst es dann nur lapidar.

Dennoch wird die Bevölkerung immer wieder dazu aufgefordert vorzusorgen – wie beispielsweise in der aktuellsten Publikation des Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (in welcher das Wort „Bürgernotfunk“ noch nicht einmal Erwähnung findet).

Technik und Ideen ohne Ende

Und dennoch gibt es im Bereich der Hobbyisten und des Amateurfunkdienstes Technologien, von welcher die BOS noch nicht einmal vor der Einführung des TETRA-BOS-Funknetzes (aka „bosnet“) geträumt haben.

Ein paar Beispiele:

  • Internetunabhängige Textübertragung auf Basis von Messenger-Diensten über kurz und weite Entfernungen (aka „LoRa Mesh“ – Longrange Radio als Mesh-Netzwerk) mit extrem kleinen, kostengünstigen und stromsparenden solar-betriebenen Funkeinheiten
  • Digitaler Sprechfunk für lange, mittlere und kurze Distanzen
  • Komplette Datennetzwerke auf TCP/IP-Basis und drahtlosen Verbindungsstrecken können Sprache, Bild und Video bundesweit transportieren – und sind nicht anfällig gegen Erdarbeiten durch Bagger – dem „schlimmsten Feind der Erdverkabelung“.
  • Satellitenfunk in Bild, Video, Ton mit relativ geringem und kostengünstigen Aufwand
  • Auch ohne Satellit können Bilder und Video über weite Strecken übertragen werden.
  • Weitverkehrs-Funkverbindungen auf Kurz- und Ultrakurzwelle für Sprache und Daten – analog und digital
  • Funkverbindungen zu unseren Europäischen Nachbarn in Sprache und Daten
  • Funkverbindungen in der Katastrophe zur Bevölkerung über kurze und mittlere Distanzen
  • Und noch vieles vieles mehr

Und wie bekommen wir jetzt Beides zusammen?

Auf der einen Seite haben wir ambitionierte und moderne Funktechnik (im Gegensatz zum 40 Jahre alten TETRA-BOS-Funk) und auf der andere Seiten finden wir Betonköpfe, Ignoranten und Unwilligkeit, sich von der Bevölkerung, welche man doch schützen soll, helfen zu lassen – in der Regel unter der Begründung des Versicherungsschutzes und der „Ahnungslosigkeit“ der Bevölkerung selbst.

Da gibt es doch eine ganz einfach Idee:

  • Die Bevölkerung – WIR ALLE – baut ihre eigenen Funk-systeme und Funknetze auf – je nach Können und Möglichkeiten.
  • Die Funknetze bauen wir so, dass die Netzstationen Landratsämter, Rathäuser, Feuerwachen, Rettungswachen und Polizeistationen im Notfall erreichen können.
  • Selbst wenn einfach nur ein Funker im Katastrophenfall mal „schnell über die Straße“ läuft, um der Polizei auf der anderen Straßenseite Bescheid zu geben, dass sich hier und dort ein Unfall ereignet hat.
  • Und wenn dann alles zusammenbricht – egal ob als Kommunikationsausfall (geschieht in der BRD fast tagtäglich durch Baggerarbeiten), Stromausfall (Blackout, egal wie Lange) oder anderen wirklich kritischen Notlagen – spaziert man gemütlich zu den BOS (vielleicht einem Katastrophenschutz-Leuchtturm) und bietet dort die eigene Technik zur Nutzung an!
  • Der jeweilige Einsatzleiter wäre ein extrem dummer Mensch, wenn er in der Not diese Hilfe ablehnt.
  • Wenn man diese ganzen Netze und Systeme in Normalzeiten (also ausserhalb von Krisen und Katastrophen) organisiert, systematisiert und vor allem so miteinander koordiniert, dass sich hier alles gegenseitig ergänzt und nichts überschneidet, erreicht man eine echte und wirkungsvolle Hilfe für die Bevölkerung in einer eventuellen Not.

So schaffen wir es, mit unserer Lieblingstechnologie zu arbeiten – und dennoch für die Bevölkerung etwas zu konstruieren, was im Zweifelsfall Leben retten kann.

Fazit

Wer helfen will, kann sich mittels seiner Lieblingstechnologie jederzeit einbringen in ein System, welches in Krisen, Katastrophen zum Wohle der Bevölkerung zur Verfügung stehen wird – und nicht nur im Rahmen „eines Wellfare-Betriebes“ – sondern als echtes Rückfallnetz in der Not!

Darum: Nicht reden – machen!

Beste Grüße, Guido, DJ1NG

 

Youtube ist nicht tot ;-)

Wie ihr vielleicht wisst, oder nicht, betreibe ich einen eigenen Youtube-Kanal. Dieser ist in mit meinen letzten beiden Videos stark angewachsen und hat jetzt schon über 1700 Abonnenten. Nicht das diese immer alles anschauen - aber das Interesse an der Bürgernotfunk-Geschichte an sich und meinen Experimenten und Entwicklungen zu diesem Thema ist doch höchst erfreulich.

DANKE!!!

P.S.: Wenn ihr auch mal ein Thema in Sachen (Bürger-)Notfunk habt - also etwas, was Jedermann interessieren und Hilfe in der Not bringen kann - dann müsst ihr keinen eigenen Kanal eröffnen. Ich bin gerne bereit, Eure Videos zum Thema bei mir einzubinden.

Ihr habt Reichweitentests gemacht? Ihr probiert neue Geräte aus? Ihr habt etwas gebastelt, was anderen hilft? Ihr wollt auf Eure Initiative oder Funkgruppe aufmerksam machen? yes

Dann nur her mit Euren Videos. Ich binde diese ein und versehe diese mit Euren Daten, Links etc ... und das Ganze natürlich mit einem deutlichen Hinweis darauf, wer das Video "verbrochen" hat wink