Notfallbox mit neuer Anwendungsmöglichkeit
Nach einigen Experimenten und den Erfahrungen aus meinem letzten Urlaub (siehe hier) habe ich die Notfallbox nun um ein neues Anwendungsszenario erweitern können: Den Betrieb an einem externen Wireless-Access-Point (WAP). Konnte bisher nur der interne Raspberry PI-Chip oder ein USB-WiFi-Dongle genutzt werden, so ist nun der Betrieb in vier verschiedenen Anwendungsszenarien möglich.
Szenario 1: Stand-Alone!
Dies war der ursprüngliche Anwendungszweck, aus welchem die Notfallbox entstanden ist: Ein möglichst kleines Gerät, mit stromsparenden Onboard-WiFi (alternativ USB-WiFi-Dongle), steht "irgendwo herum" und liefert Notfallwissen für Jedermann.
Als Gerät war von Beginn an ein Raspberry PI Zero mit einem externen WiFi-Dongle oder ein Raspberry PI Zero W mit Onboard-Wifi vorgesehen, da diese Geräte einen wirklich nur minimalen Stromverbrauch haben und daher sinnvoll auch mit einer kleiner Solarzelle und einem Akku als Puffer platziert werden konnten.
Eine Konnektierung zu einem anderen Netzwerk etc war weder geplant noch vorgesehen, hätte zwar durch manuelle Eingriffe ermöglicht werden können - erschien aber sinnlos, aufgrund des Einsatzzweckes.
Szenario 2: Stand-Alone - aber mit mehr Rechenpower!
Es stellte sich schnell heraus, dass die Idee zwar ganz toll war - aber der Raspberry Zero (egal ob mit internem oder externem WiFi) doch recht langsam ist und mit zwei oder mehr gleichzeitigen Nutzern unter Umständen schnell überlastet sein würde.
Daher habe ich die Notfallbox in einer "größeren Softwareversion" auf schnelleren Geräten zur Verfügung gestellt. So kann diese nun problemlos auf einem Raspberry PI Zero 2 W, 3, 4, 5 oder einem X86-/x64-kompatiblen PC laufen - ebenfalls mit einem internen WiFi-Chip oder einem externen USB-WiFi-Dongle.
Szenario 3: Mit einem externen WAP
Mein letzter Sommerurlaub brachte mich dann auf die Idee, einen externen Wireless-Access-Point (WAP) ins Spiels zu bringen. Erste Versuche haben ergeben, dass ein WAP im Rahmen der Notfallbox keinesfalls über PoE (Power-over-Ethernet) mit Strom versorgt werden kann, da es keine Geräte gibt, welche mit 5V oder 12V über PoE arbeiten.
Dennoch habe ich WAP-Geräte gefunden, welche über USB-Kabel (also 5V) gespeist werden können. Sprich: Man benötigt dann eben ein LAN-Kabel UND ein USB-Stromkabel, um den WAP mit der Notfallbox zu verbinden - benötigt dafür aber keine zusätzliche Stromquelle - quasi eine ideale Kombination.
Dafür musste lediglich die Netzwerk-Konfiguration der Notfallbox so geändert werden, dass für den LAN-Port entweder ein DHCP-Client die IP-Adresse vom WAP bezieht - oder der LAN-Anschluss mit einer statischen Adresse versehen wird.
Bei der Gelegenheit habe ich ein Netzwerk-Verwaltungs-Tool geschaffen, welches dem Nutzer die volle Kontrolle über die gesamte Netzwerkkommunikation gibt, ohne dies schon bei der Installation auswählen zu müssen.
Szenario 4: Die Notfallbox in einem Netzwerk
Die Nutzer haben sich aber auch gewünscht, dass die Notfallbox als reiner Server arbeitet und die Kommunikation ausschliesslich über LAN funktioniert - und alles anderen von anderen Geräten übernommen wird.
So ist der "Server Mode" entstanden - welcher im Endeffekt ein früheres Projekt unter dem Namen "Notfunk-Server" wiederbelebt und in den Rahmen der Notfallboxen eingebettet hat.
Nun kann die Notfallbox tatsächlich auch an einem Internet, Intranet oder anderen Wide-Area-Netzwerke (WAN) wie beispielsweise dem HAMNET betrieben werden - und dennoch ihre volle Funktionsvielfalt anbieten.
Natürlich müssen in diesem Fall umfangreiche Sicherungsmaßnahmen getroffen werden, da die Notfallbox selbst niemals eine Verbindung mit dem Internet haben sollte in der ursprünglichen Idee. Aber: Dies überlassen wir eben ganz komfortabel dem Benutzer der Notfallbox.
Fazit: Eine Box, viele Ideen
Wir denken, dass wir die Notfallbox nun so universell wie möglich aufgebaut haben und mehr oder weniger alle potentiellen Einsatzfälle abgedeckt haben.
Die nächste Version der Notfallbox (150) wird dann die Anbindung an LoRa Mesh (Long Range Radio) mit sich bringen. Wir haben diese zwar schon testweise implementiert, aber waren und noch nicht so genau über den Verwendungszweck im Rahmen der Notfallbox im klaren, da LoRa Mesh ja keinen Download einer OSM-Karte, keinen Blick in eine ZIM-Datenbank oder auch kein Upload in die Mini-Cloud ermöglicht.
Aber wir haben inzwischen die passenden Ideen und werden die eben ab sofort umsetzen.


